Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B/K/S) ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums (z.B. Bachelorstudium B/K/S) oder eines fachlich in Frage kommenden FachhochschulBachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Zulassung entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Wenn die Gleichwertigkeit grundsätzlich gegeben ist und nur einzelne Ergänzungen auf die volle Gleichwertigkeit fehlen, ist das Rektorat gem. § 64 Abs. 5 UG berechtigt, entsprechende Auflagen zu erteilen.
Der Inhalt des Masterstudiums B/K/S baut somit auf dem Inhalt eines wissenschaftlichen Bachelorstudiums mit geeigneter fachlicher Ausrichtung gem. § 64 Abs. 5 UG auf, zum Beispiel auf dem Bachelorstudium B/K/S. Ein derartiges Bachelorstudium muss einen Umfang von 180 ECTS-Anrechnungspunkten aufweisen (§ 54 Abs. 3 UG).
Um einen Gesamtumfang der aufbauenden Studien von 300 ECTS-Anrechnungspunkten zu erreichen, ist die Zuordnung ein und derselben Lehrveranstaltung sowohl im zur Zulassung berechtigenden Bachelorstudium als auch im gegenständlichen Masterstudium ausgeschlossen.
Information
Gegenstand des Studiums sind die Sprachen, Literaturen und Kulturen der entsprechenden Räume der B/K/S-sprachigen Welt. Dementsprechend gliedert sich das Studium in die Fachgebiete Sprachausbildung, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft.
Qualifikationsprofil
Das Masterstudium B/K/S hat als Ziel sowohl die Fortführung und Vertiefung der wissenschaftlichen Arbeit als auch die weiterführende Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten (insbesondere im Zusammenhang mit einer oder mehreren slawischen Sprachen, Literaturen und Kulturen), die für die Ausübung der anvisierten Berufsfelder in den Bereichen Kultur, Lehre, alte und neue Medien, Diplomatie, Wirtschaft u.a. relevant sind. Das Masterstudium sieht eine Schwerpunktbildung in zwei der Bereiche Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft vor. Die Schwerpunktbildung erfolgt nicht zuletzt im Hinblick auf angestrebte Berufsziele, die vertiefte Kenntnisse in diesen Bereichen erfordern. Derartige Kenntnisse sind insbesondere bei Berufsfeldern im Bereich der Wissenschaft, der Kultur, der Medien, der Wirtschaft und der Diplomatie vonnöten
Berufsfeld
Das Masterstudium setzt sich zum Ziel, die Vorbereitung des/der Studierenden auf eine weitere wissenschaftliche Karriere mit einer auf dem Arbeitsmarkt notwendigen Praxisorientiertheit zu verbinden. Dieser benötigt durch die EU-Erweiterung und die fortschreitende Öffnung der slawischen Länder zunehmend Arbeitskräfte nicht nur mit guten slawischen Sprachkenntnissen, sondern auch mit fundiertem slawistischem Hintergrund. Bereiche wie Informationsmanagement, Kulturmanagement, Wirtschaft u a. werden im neuen Masterstudium in ihrer Relevanz und Spezifik für die slawische Welt berücksichtigt. Ein weiterer Bereich ist die Betreuung von MigrantInnen und deren Integration in mitteleuropäischen Ländern.
Dementsprechend sind in den einzelnen Teildisziplinen folgende Bereiche berufsrelevant:
In der Sprachausbildung:
a) eine phonologisch möglichst dem Standard entsprechende, in Tempo und Rhythmus der muttersprachlichen Verwendung nahe kommende Aussprache;
b) eine lexikalische und phraseologische Kompetenz im B/K/S, die es erlaubt, in der interkulturellen und Wirtschafts-Kommunikation als vollwertigeR KommunikationspartnerIn angesehen zu werden;
c) eine über das B/K/S hinausgehende rezeptive und produktive Sprachkompetenz, die in einem adäquaten kommunikativen sprachlichen Verhalten ihren Ausdruck findet; diese erlaubt es einem/einer Absolventen/in der Slawistik, sich in kurzer Zeit in andere slawische Sprachen einzuarbeiten, was angesichts der zunehmenden Bedeutung zahlreicher slawischer Sprachen in den letzten Jahren (Slowakisch, Ukrainisch, Weißrussisch, u.a.) immer häufiger gefordert wird.
In der Sprachwissenschaft:
a) ein metasprachliches Bewusstsein über das B/K/S, das den/die fremdsprachige/n Slawisten/in durch theoretische Einsicht in das Medium Sprache auszeichnet;
b) eine fundierte Kenntnis der Problematik der Fachsprachen (z.B. jener der Wirtschaft), sowie die Befähigung, sich mithilfe von klassischen und elektronischen Quellen (Fachwörterbücher, Darstellung von Fachsprachen in Monographien, Datenbanken u.ä.) in verschiedenste Fachsprachenbereiche einzuarbeiten;
c) die Fähigkeit, dank einer historischen und vergleichenden Sprachausbildung auch jenseits des B/K/S angesiedelte sprachliche und sprachlich-kulturelle Phänomene einschätzen zu können und auf diese in fachlich abgesicherter Weise zu reagieren.
In der Literaturwissenschaft:
a) die Kenntnis der jeweiligen Nationalliteraturen auf dem Hintergrund der literarischen Tradition, welche die Möglichkeit bietet, Texte in B/K/S in ihrer historischen und aktuellen Relevanz und Qualität einzustufen und zu beurteilen;
b) die Fähigkeit, Phänomene der Literatur mit anderen Bereichen von Gesellschaft und Kultur in Beziehung zu setzen und das in literarischen Texten enthaltene Wissen adä- quat zu rezipieren;
c) die Kompetenz in der interkulturellen Perspektive auf den Bereich Literatur, die Erscheinungen der jeweiligen Nationalliteraturen mit übernationalen Entwicklungen in Kultur und Gesellschaft in Beziehung setzt und spezifiziert.
In der Kulturwissenschaft:
a) eine von Theorien geleitete und durch landes- und kulturkundliche Kenntnisse gestützte Fähigkeit der Auseinandersetzung mit der bosnischen/kroatischen/serbischen Kultur;
b) die Kompetenz, kulturelle Prozesse in ihrer Wechselwirkung zu sehen, dabei auch über den Bereich der bosnischen/kroatischen/serbischen Kultur hinaus gehende Phänomene der slawischen Welt zu analysieren, zu beurteilen und zu vermitteln;
c) elementare Kompetenz in der MigrantInnenbetreuung;
d) die Analyse kultureller Prozesse individueller und kollektiver Identitätsbildungen unter besonderer Berücksichtigung kultureller Auto- und Heteromodelle, Minoritäts- und Majoritätskulturen, usw.
Insgesamt soll das Masterstudium eine Qualifizierung für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten und somit die Befähigung zur Aufnahme des Doktoratsstudiums gewährleisten.
Mögliche Alternativen zu diesem Masterstudium in Steiermark
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