Einstieg
Allgemeine Universitätsreife
Die allgemeine Universitätsreife ist analog dem Fachhochschul-Studiengesetz
(FHStG) idgF nachzuweisen.
Studienberechtigungsprüfung
Diese wird als Zugangsvoraussetzung dann anerkannt, wenn auch eine positive Prüfung in den Pflichtfächern Mathematik (Niveau 1) und Englisch (Niveau 2) abgelegt wurde. Anerkannt werden folglich Studienberechtigungsprüfungen für das Studium der Wirtschaftswissenschaften mit internationaler Ausrichtung, welches die geforderten Pflichtfächer in der angegebenen Kombination vorsieht. Weiters anerkannt werden Studienberechtigungsprüfungen der Studienrichtung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, der Naturwissenschaften, der Technik und der Montanistik sowie die Studienberechtigungsprüfung für das Studium der Psychologie, sofern der Nachweis der geforderten Englischkenntnisse (Niveau 2) spätestens zum Zeitpunkt des Beginns des Aufnahmeverfahrens nachgewiesen wird.
Einschlägige berufliche Qualifikation und Zusatzprüfung
a. Einschlägige berufliche Qualifikation
Als einschlägige berufliche Qualifikation werden anerkannt:
– Der Abschluss einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung aus
bestimmten Lehrberufsgruppen.
– Der Abschluss einer mindestens dreijährigen Berufsbildenden Mittleren
Schule (bzw. Fachschule) der Fachrichtung technische Berufe, wirtschaftliche
Berufe oder soziale Berufe.
sonstige Qualifikationen:
• die abgeschlossene (MBUO2) Unteroffiziersausbildung an der Heeresunteroffiziersakademie,
• damit vergleichbare Qualifikationen, erworben an ausländischen militärischen
Institutionen oder an Ausbildungsstätten ziviler Einsatzorganisationen.
Über die Gleichwertigkeit bzw. alle in diesem Abschnitt nicht geregelten
Qualifikationen entscheidet der Leiter des Lehr- und Forschungspersonals
im Einzelfall.
b. Zusatzprüfung
Die Zusatzprüfung orientiert sich am Studienberechtigungsgesetz idgF, in Verbindung mit der Studienberechtigungsverordnung idgF, und umfasst:
– Aufsatz über ein allgemeines Thema
– Pflichtfächer
• Englisch 2 • Mathematik 1
– und zwei der folgenden Wahlpflichtfächer
• Geographie und Wirtschaftskunde 2 • Geschichte 2
• Darstellende Geometrie • Physik 1
• Biologie und Umweltkunde • Chemie 1
Auflagen:
– Studienanfänger mit einschlägiger beruflicher Qualifikation haben die geforderten Kenntnisse grundsätzlich bis zum Zeitpunkt des Beginns des Aufnahmeverfahrens nachzuweisen.
– Bewerber mit Beamtenaufstiegsprüfung haben, sofern sie nicht im Rahmen der jeweiligen Prüfung bereits Englisch (Niveau 2) bzw. Mathematik
(Niveau 1) gewählt haben, die geforderten Kenntnisse ebenfalls grundsätzlich zum Zeitpunkt des Beginns des Aufnahmeverfahrens nachzuweisen.
Information
Am Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische
Führung werden jene Qualifikationen bzw. Kompetenzen vermittelt, welche
ein Truppenoffizier des Österreichischen Bundesheeres für seine
Einstiegsfunktion benötigt, um den Aufgabenvollzug auch unter
Einsatzbedingungen im multinationalen Verbund wahrzunehmen. Analoges
gilt für Führungskräfte vergleichbarer ziviler Organisationen,
vornehmlich des Sicherheits- und Krisenmanagements.
Die Umsetzung erfolgt in einem sechssemestrigen
Studiengang, welcher ein nationales und ein internationales
Berufspraktikum in der Gesamtdauer von 12 Wochen inkludiert. Im
Vordergrund der Berufsausbildung auf Hochschulniveau steht die
Vermittlung der Führungskompetenz, welche als interdisziplinäres
Konzept angelegt, die Disziplinen der Militärwissenschaften im engeren
Sinne umfasst, und sich mit Schwergewicht auf die Erkenntnisse der
Sozial- und Geisteswissenschaften abstützt.
Der Abschluss des FH-BaStg MilFü ermöglicht
grundsätzlich die Berufsausübung als Truppenoffizier des ÖBH. Die
Möglichkeit eines einschlägigen weiterführenden Masterstudiums, aber
auch der Wechsel in die Sozial- oder Geisteswissenschaften eröffnet
zusätzliche Laufbahnmöglichkeiten, nicht nur ressortintern, sondern
auch im externen Bereich.
Qualifikationsprofil
Um die Aufgaben
in der Einstiegsfunktion als Truppenoffizier des ÖBH bzw. in einer
analogen Funktion in einer zivilen Organisation wahrnehmen zu können,
zielt das Studienprogramm des FH-BaStg MilFü darauf ab, Absolventinnen
und Absolventen hervorzubringen, die vorwiegend fortgeschrittene
Kenntnisse in folgenden Teilgebieten haben:
:: Einsatzbezogene Fachgebiete und Methoden,
:: Berufliche Vertiefungsgebiete,
:: Person und Bewusstsein,
:: Gesellschaft und soziale Systeme,
:: Berufsspezifische Querschnittgebiete und
:: Militärische Fachsprache Englisch.
Berufsfeld
ie seit längerem eingeleitete Akzentverschiebung von
der herkömmlichen Landesverteidigung zur gemeinsamen Verteidigung im
Rahmen der EU, welche sich derzeit aufgrund der Bedrohungs- und
Risikolage vorrangig als Mitwirkung an multinationalen Operationen des
internationalen Krisenmanagements und der Konfliktprävention darstellt,
hat sich fortgesetzt und zu einer Gleichrangigkeit von In- und
Auslandsaufgaben geführt. Allerdings ist der strukturellen
Weiterentwicklung des ÖBH vor allem die Aufgabenerfüllung im Ausland
zugrunde zu legen, da die neuen sicherheitspolitischen
Herausforderungen nicht mehr von einzelnen Staaten bewältigt werden
können und einem multinationalen, präventiven Wirksamwerden in
Krisenzonen wesentlich mehr Stabilisierungs- und
Problemlösungspotential innewohnt, als einem rein reaktiven
Abwehrverhalten auf eigenem Territorium. Das Bundesheer steht somit am
Beginn einer umfangreichen und nachhaltigen Änderung seiner Struktur.
Diese Entwicklung erweitert das Aufgabenspektrum des Bundesheeres in
inhaltlicher und geografischer Hinsicht und macht deutlich, dass zur
Aufgabenbewältigung Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen
erforderlich sind, die über das spezifisch militärische hinausgehen.
Daraus abzuleitende inhaltliche Anforderungen:
:: Bewältigen von militärischen Aufgaben im gesamten Petersberg-Spektrum
(von humanitären Hilfeleistungen bis hin zu friedensdurchsetzenden Kampfeinsätzen),
:: Kampf im multinationalen Verbund und Teilstreitkräfte übergreifend,
:: Einsatzmöglichkeit in allen Klimazonen und in Räumen mit fremden Kulturen,
:: Fähigkeit zur zivil-militärischen Zusammenarbeit.
Das erfordert relevantes
Fachwissen in den militärischen Kernfächern sowie vor allem in den
wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen, wie den Rechtswissenschaften,
politischen Wissenschaften und Wirtschaftswissenschaften sowie der
Philosophie, Soziologie, Pädagogik und Psychologie. Dazu sind
methodisch-analytische Kenntnisse, durch welche die Fähigkeit zur
selbständigen Bewertung und Argumentation von fachlichen und
fachübergreifenden Zusammenhängen gefördert werden sollen,
erforderlich. Darüber hinaus sind berufsrelevante fachübergreifende
Qualifikationen wie beispielsweise eigenverantwortliche und
selbständige Problemlösungs- und Entscheidungskompetenz, die Fähigkeit
durch logisches Denken Information zu filtern, zu verdichten und zu
strukturieren sowie die Fähigkeit, eigenverantwortlich weiterzulernen,
notwendig.
Mögliche Alternativen zu diesem Bachelorstudium in Niederösterreich