Konzert des Orchesters der Uni Salzburg
Datum: 27.01.2011 |
Location: Universität Salzburg
Ein
glänzender „Lobgesang“
Vergangenen Donnerstag luden sowohl
Salzburger Universitätsorchester als auch Kammerchor zu einem ganz besonderen
Anlass ein: Sie gaben Felix Mendelssohn Bartholdys Symphonie Nr. 2, op.52
„Lobgesang“ unter der Leitung von Martin Fuchsberger preis. Das 1839/40
komponierte Stück stellten dabei eine Huldigung an den Erfinder der
Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg, dar. Mit dessen Innovation blieb Bildung
nicht mehr ein Privileg des Adels sowie des Klerus, sondern durfte von diesem
Zeitpunkt an Allgemeingut werden. Den Anstoß dazu gab die Lutherbibel, die
unter das Volk gebracht wurde und damit wesentlich zum Erfolg der Reformation
betrug. Es war also naheliegend, den Lobgesang mit Texten aus diesem Printwerk
anzustimmen.
Ebenso kontrastreich wie die roten
Schals oder Krawatten waren auch die tiefen Männerstimmen, die einen Gegensatz
zu den höheren Frauenstimmen bildeten. Es war eben diese emotionale Darbietung,
die sich von Beginn an bis in eine spannungsreiche Dramatik hochschraubte – nur
kurz bevor sich die zugespitzten Gesänge in einem hymnenartigen Choral
entladen.
Die festlichen gekleideten Musiker
zogen mit ihrer Interpretation ihr Publikum von Beginn an in ihren Bann. Die
Stimmgewalt des Chors wurde daraufhin noch vom Orchester sowie drei Solisten
unterstützt, die mit ihren verspielten Melodien fast wie Vorboten des nahenden
Frühlings wirkten. Die Sopranistinnen Simone Vierlinger und Barbara Frandl
sowie Tenor Sebastian Fuchsberger verliehen mit ihren abwechselnden Parts den
zarten Klängen zusätzlich einen prägenden Charakter, ehe sie zu einer sich
ergänzenden Einheit verschmolzen. Nach zwei Stunden fand die glanzvolle
Darbietung ihr schwungvolles Finale, doch der Dank an geniale Erfinder, der bleibt
zeitlos.