Am 14. Dezember luden die Grüne und Alternative StudentInnen zu einem Filmabend mit einer ganz besonders sensiblen Thematik ein. Nach einem Vortrag über intersexuelle Geschlechter, begann an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg das Regie-Debut aus dem Jahre 2007 von Lucía Puenzo.
In einem argentinischen Fischerdorf lebt die 15-Jährige Intersexuelle Alex. Hormonelle Medikamente ermöglichen es ihr, bis dahin als Mädchen zu existieren, doch eines Tages setzt sie ihre Medikamente plötzlich ab. Die äußere Vermännlichung schreitet unaufhaltsam voran. Gleichzeitig hat Alex‘ Mutter Freunde eingeladen: einen Chirurgen mit seiner Frau und Teenager-Sohn Álvaro. Erst später wird klar, dass die Einladung einer ganz anderen Intention als der reinen Gastfreundlichkeit folgt. Man erhofft sich die Möglichkeit zu einer Operation. So verläuft auch der Rest der Thematik des aufrüttelnden Films: Das, was nicht direkt ausgesprochen wird, offenbart sich eher Schritt für Schritt. Und so wird klar, dass es sich bei der Protagonistin um eine Person handelt, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale vereint. Alex, der eigenwillige Lockenkopf in den schwarzen Gummistiefeln ist sich durchaus bewusst, anders zu sein.
„Wir wussten, es wird passieren. – Dass sie nicht Frau bleiben wird!“, äußert der Vater, der schon aus Uruguay vor negativen Reaktionen der Gesellschaft geflohen ist. Um selbst mehr mit sich ins Reine zu kommen, sucht der Meeresbiologe einen ehemaligen Hermaphroditen auf, der sich mit dem Eintritt in die Volljährigkeit dafür entschieden hatte, sich endgültig zu einem Mann umoperieren zu lassen. Seitdem lebt er glücklich mit Frau und Kind.
Einen Umschwung erlebt die Handlung durch einen Akt der Gewalt. Drei Jungen aus dem Dorf reißen Alex am Strand die Hose herunter. Sie haben von den Gerüchten um ihre Zweigeschlechtlichkeit gehört und möchten ihrer Neugier Befriedigung verschaffen. Als Néstor von dem Vorfall erfährt ist er außer sich. Außer sich vor Wut, fährt er zu den Tätern hin und mahnt sie, seinen „Sohn“ in Ruhe zu lassen.
Alex steht allerdings zur ihrer Intersexualität, von der auch ruhig ihr gesellschaftliches Umfeld erfahren darf. Außerdem beschließt sie, die Medikamente auch in Zukunft nicht einzunehmen und verweigert eine Operation. Alles soll einfach so sein, wie es ist. Und auch der schüchterne Álvaro gesteht dem selbstbewussten Mädchen seine Liebe, obwohl er um ihre Andersartigkeit weiß.
„XXY“ wurde nicht umsonst mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Es ist ein Film, der seinem Publikum die Augen öffnen will, der gesellschaftliche Tabus offen legt, Grenzen durchbricht und damit zum Nachdenken anregt.
Im Anschluss an das packende Drama wurde im Denkmal die Veranstaltung „Feiern, bis die Fekter kommt“ begangen.
© 2010-2011 Studium.at - Der Online-Tutor
IMPRESSUM | HAFTUNGSAUSSCHLUSS | DATENSCHUTZ | KONTAKT | WERBUNG | MEDIADATEN
Studium.at versichert, sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und aufbereitet zu haben.Für etwaige Fehlinformationen übernimmt Studium.at jedenfalls keine Haftung.









