Erste Antarktis-Biennale sucht nach Weg für bessere Zukunft

20. März 2017 - 11:20

Unter der Schirmherrschaft der Unesco hat die erste Antarktis-Biennale (17. bis 28. März) begonnen. Fast hundert Künstler, Architekten, Wissenschafter, Technologievisionäre und Philosophen aus der ganzen Welt stachen in der südargentinischen Hafenstadt Ushuaia in See.

Rund 100 Künstler und Wissenschafter beteiligt

Rund 100 Künstler und Wissenschafter beteiligt

Die multidisziplinäre Kunstexpedition an Bord des ehemaligen russischen Forschungsschiffs "Akademik Sergey Vavilov", die auch vom österreichischen Bundeskanzleramt unterstützt wird, führt die Teilnehmer aus 30 verschiedenen Ländern zwölf Tage lang zur antarktischen Halbinsel. "Die Antarktis gehört niemandem. Laut dem internationalen Antarktisvertrag von 1959 ist die Antarktis ausschließlich für kreative Aktivitäten und wissenschaftliche Forschung im Interesse der Menschheit bestimmt. Deshalb ist es der perfekte Ort, über die Zukunft der Menschheit und auch der Kultur nachzudenken", erklärte der russische Künstler und Biennale-Leiter Alexander Ponomarev im APA-Gespräch das Ziel der ersten Antarktis-Biennale.

So werden sich die in der Antarktis geplanten Kunstprojekte und Forschungsprojekte mit verschiedensten Thematiken beschäftigen - vom Klimaschutz bis hin zu gesellschaftlichen und kulturellen Zukunftsmodellen. "Wir wollen einen interkulturellen und interdisziplinären Dialog über die Zukunft gemeinsam benutzter Räume anregen", so Ponomarev. So befinden sich an Bord neben Künstlern auch Sozialforscher, Geologen bis hin zu Weltraumarchitekten wie die Österreicherin Barbara Imhof.

Kunstprojekte werden auf der ganzen Welt präsentiert

Alle während der Expedition kreierten Kunstprojekte werden wieder abgebaut, aufs Schiff verladen und anschließend in Museen und Kunstzentren auf der ganzen Welt präsentiert. "Zudem wollen wir eine Auswahl der Werke auf der kommenden Biennale in Venedig in einem eigenen Antarktis-Pavillon zeigen", erklärte Nadim Samman, Kurator der Antarktis-Biennale, der APA.

In Venedig soll auch die Kokosnuss-Kanone des Schweizer Künstlers Julian Charriere ausgestellt werden, die kürzlich von der Polizei im Atelier des Künstlers in Berlin beschlagnahmt wurde, nachdem Passanten die Kanone im Innenhof gesehen und die Polizei benachrichtigt hatten. Charriere wollte mit der Kanonen-Installation während der Biennale in der Antarktis Kokosnüsse verschießen, die er zuvor auf dem Bikini-Atoll gesammelte hatte, auf denen die USA einst ihre Atomtests durchführten.

Sein Waffen-Kunstwerk "The Purchase oft the South Pole" basiert auf Jules Vernes Roman "Der Schuss am Kilimandscharo" und sollte neben den heimlichen Territorialansprüchen in der Antarktis auch den Klimawandel thematisieren, der laut Charriere für die Menschheit eine größere Bedrohung werden kann als die militärische Aufrüstung. Ohne seine Kanone will der Schweizer Künstler nun auf der Überfahrt von Feuerland zur Antarktis die in Blei gegossenen Kokosnüsse ins Meer werfen, die auf dem Grund des Meeres den Weg zum bedrohten Eis-Kontinent weisen sollen.

Service: www.antarcticbiennale.com



(APA/red, Foto: APA/Screenshot)