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Studentenheime bald 30 Prozent teurer?

Wissenschaftsministerium: Studentenwohnheimförderung wird ab 2013 gestrichen

Kurz vor der ÖH-Wahl wird noch ein riskantes Erbe des Ministeriats Karl öffentlich: Ex-Bildungsministerin Beatrix Karl hatte bereits im Juni 2010 die Streichung der Förderung für die Renovierung und den Neubau von StudentInnenheimen beschlossen. Damit müssen die 20 österreichischen Heimträger wie Wihast oder Akademikerhilfe diese Maßnahmen künftig selbst finanzieren. Diese weisen darauf hin, dass dadurch vor allem die etwa 30.000 in den Heimen lebenden Studierenden betroffen sein werden: Eine Verteuerung „bis zu 30 Prozent“ sei denkbar.

Dadurch würden die Preise für Heimplätze, die derzeit im Schnitt 245 Euro monatlich betragen um 60 bis 90 Euro monatlich steigen. Dazu das ÖH-Sozialreferat gegenüber der APA: . "Die jetzige Differenz von 80 Euro besteht dann nicht mehr und dann ist man bei Studierendenwohnheimen auf dem Niveau des freien Wohnungsmarkts."

Neo-Minister Karl-Heinz Töchterle hat sich auch schon dazu geäußert: In einer Aussendung verteidigt er die Maßnahme: Er wolle stattdessen „neue Wege“ gehen und die sozial bedürftigen StudentInnen lieber direkt unterstützen. Die ÖH hat dieses Argument ihrerseits schon als „gängige Beschwichtigungsvariante“ zurückgewiesen.

Dadurch bildet die ÖH jetzt eine eher ungewöhnliche Koalition mit den Heimträgern. Diese machen sich aufgrund der voraussichtlich stark ansteigenden Mieten Sorgen, dass sie in Zukunft mit Genossenschaften, neuen Bauträgern und anderen, nicht gemeinnützigen Anbietern konkurrieren müssen, die plötzlich auf den Markt kommen könnten. Dabei betonen sowohl ÖH, als auch die Heimträger, dass durch die Maßnahme lediglich „Peanuts“ eingespart werden könnten:  . "Die Förderung, die der Bund in diesem Bereich für ganz Österreich zur Verfügung gestellt hat, hat sich jährlich um rund zehn Mio. Euro bewegt", so Tschrepitsch von der Akademikerhilfe. "Das ist bezogen auf das Gesamtbudget praktisch nichts."

Die Investitionskostenzuschüsse vom Bund ermöglichten es Heimträgern, billiger zu produzieren, da bei einem Neubau bis zu 15.000 Euro pro Heimplatz (entspricht etwa einem Drittel der Kosten), bei Sanierung bis zu 11.000 Euro pro Heimplatz (das sind umgerechnet etwa zwei Drittel der Kosten) zugeschossen wurden. Das tatsächliche Volumen im österreichischen Budget beläuft sich dabei aktuell auf 11 Millionen Euro, nächstes Jahr stehen noch einmal 8,7 Millionen zur Verfügung. "Fakt ist, dass wir in den nächsten Jahren durchaus Sanierungsbedarf haben und wir nicht wissen, wie wir das anstellen sollen", meint Tschrepitsch. So gehe es auch anderen Heimträgern, die Gebäude betreuen, die bis zu 40 Jahre alt sind "und dringend renoviert werden müssen".

Die Folge: Die Heimträger müssten in Zukunft „stärker privatwirtschaftlich agieren“, mit Preisen bis zu 400 Euro pro Zimmer in Wien sei zu rechnen. Bisher nicht sanierungsbedürftige oder noch mit Bundeszuschüssen renovierte Heime werden vorläufig günstig bleiben, während jene, die die Sanierung selbst tragen müssen, "schweineteuer werden", so Tschrepitsch.

(Quelle: APA/red)

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