4. April 2011 - 9:36 | Clemens
Das Niederösterreichische Kulturgespräch 2011 am 31. März
am IST Austria war ein voller Erfolg. Namhafte ExpertInnen lieferten in zwei
Arbeitskreisen konstruktive Antworten auf die Frage: "Wie viel und welche
Innovationen müssen Wissenschaft und Wirtschaft generieren, um der Gesellschaft
angemessen zu dienen?" Noch am selben Abend stellten die
Arbeitskreisleiter die Antworten und entsprechende Maßnahmen Landeshauptmann
Dr. Erwin Pröll vor. Tagsüber konnten die über 500 BesucherInnen auf dem
"Marktplatz der Forschung" Wissenswertes über die Forschung in
Niederösterreich in Erfahrung bringen.
Gestern, Donnerstag, stand das IST Austria ganz im
Zeichen der "Forschungsperspektiven für Niederösterreich" - so der
Titel des NÖ Kulturgesprächs 2011, das bei sonnigem Wetter über 500
BesucherInnen an den prominenten Forschungscampus zog. Neben dem
"Marktplatz der Forschung" stellten sich zwei Vorträge des aus
Österreich stammenden Harvard-Professors Dr. Martin Nowak als Publikumsmagnet
heraus. Humorvoll und instruktiv sprach er in der "Raiffeisen Lecture
Hall" zum einen über die Rolle von sozialer Kooperation für die Evolution
und zum anderen über die Rolle der Grundlagenforschung im internationalen
Vergleich. Dabei hob er die Bedeutung flacher Hierarchien für den Erfolg der
Forschung hervor und betonte die Vorbildrolle, die das IST Austria auch in
dieser Beziehung einnimmt.
WIE KANN MAN DIE FORSCHUNG IM INTERESSE VON GESELLSCHAFT
UND WIRTSCHAFT NIEDERÖSTERREICHS NOCH WEITER OPTIMIEREN?
Dieses Thema bildete den Hintergrund für die Tätigkeit
von zwei prominent besetzten Arbeitskreisen. Unter der Leitung von Prof. Markus
Hengstschläger, Vorstand des Institutes für Medizinische Genetik der MedUni
Wien (AK I Wissenschaft), und Mag. Helmut Miernicki, Geschäftsführer der ecoplus.
Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH (AK II Wirtschaft), wurde in den
beiden "Mondi-Sälen" über die Erfolgsfaktoren des Forschungs- und
Innovationsklimas im Land diskutiert.
Schwerpunktmäßig wurden dabei im Arbeitskreis I jene
Aspekte der Wissenschaft erörtert, deren Bedeutung für unsere BürgerInnen
grundlegend sind. Dieser Arbeitskreis kam zu folgenden Erkenntnissen:
- Um die zahlreichen Aktivitäten im Land Niederösterreich
zu koordinieren, wurde empfohlen, eine eigene Abteilung für Wissenschaft und
Forschung einzurichten zusammen mit einem Beirat bestehend aus externen
ExpertInnen sowie
- die Entwicklung einer eigenen Forschungsstrategie und
eines Wissenschafts- und Forschungsförderungsgesetzes,
- eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsfonds
FWF,
- ein Impulsprogramm für Geisteswissenschaften,
- die Entwicklung des Projektes
"Biodiversitätszentrum".
- Die Gründung einer Privatuniversität für
Gesundheitswissenschaften wurde befürwortet.
Im Fokus der Betrachtungen des Arbeitskreises II lagen
die Beziehungen zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft sowie konkrete
Fragen der Ausbildung von qualifiziertem Personal für die Unternehmen im Lande
und die Rolle, die Fachhochschulen dabei spielen. Der Arbeitskreis fasste die
Ergebnisse wie folgt zusammen:
- Die Erarbeitung einer Forschungsstrategie für
Niederösterreich wurde befürwortet.
- Die Grundlagenforschung sollte sich auf die
Stärkefelder Niederösterreichs konzentrieren. Wichtig sind dabei die Bündelung
der Ressourcen, die Schaffung von kritischen Größen und die internationale
Sichtbarkeit mit Exzellenz und Kompetenz.
- Wichtig ist die Kommunikation von Forschungsergebnissen
und der bereits vorhandenen Technologie- und Innovationsinitiativen.
- Schaffen von Netzwerken zwischen Grundlagenforschern,
angewandter Forschung und der Wirtschaft.
- Auf "Brain Gain" setzen, das bedeutet Forscher
zum Kommen nach Niederösterreich und zum Verbleiben im Lande animieren.
- Einfachere Förderabwicklung
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll betonte die Wichtigkeit
von Wissenschaft und Forschung für die erfolgreiche Entwicklung des Landes.
"Dort, wo geforscht wird, entstehen wirtschaftliche Impulse und werden
zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen. Wir wollen aus dem Fortschritt
einen Vorsprung machen und setzen dabei auf Wissenschaft und Forschung",
so Pröll. In den vergangenen Jahren seien bereits rund 300 Millionen Euro in
den Ausbau von Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen investiert worden,
weitere 400 Millionen Euro würden in den kommenden Jahren folgen. Um die Kräfte
künftig zu bündeln, werde man eine eigene Abteilung für Wissenschaft und Forschung
einrichten. "Wir wollen weiterhin ein ideales Umfeld für Forschung und
Wissenschaft bieten. Denn auf diesem Gebiet liegen die Top-Chancen für unsere
Jugend."
AUSGEWÄHLTE "MARKTSTÄNDE" MACHTEN NEUGIERIG AUF
DAS GESAMTSPEKTRUM DER FORSCHUNG in NIEDERÖSTERREICH Tagsüber erfreute sich am
"Marktplatz der Forschung" ein aus verschiedensten Altersstufen bunt
gemischtes Publikum an leicht verständlicher und unterhaltsam präsentierter
Wissenschaft "Made in Lower Austria", wobei es immer wieder selbst
Hand anlegen konnte. So wurde auf das aktuelle Interesse an Erdbebenmessungen
und an den Wirkungen von Radioaktivität informativ eingegangen. Gleichzeitig
wurde u.a. erklärt, wie man künftig modernste Protonen- und Ionentherapien zur
Krebsbehandlung einsetzen wird - am MedAustron in Wiener Neustadt, dessen
Spatenstich eben erst erfolgt ist.
FORSCHUNG GEHT ALLE AN
Insgesamt gelang es den Veranstaltern des NÖ
Kulturgesprächs 2011, konstruktive Überlegungen zu den Rahmenbedingungen für
Wissenschaft und Forschung in Niederösterreich mit einem
informativ-unterhaltsamen Programm für Jung und Alt zu verbinden. Die große
Anzahl an renommierten Experten in den Arbeitskreisen belegte dabei die
Bedeutung des Themas und das Engagement der Betroffenen - gleichzeitig zeigte die
große Teilnehmerzahl am "Marktplatz der Forschung" und an den
zahlreichen Spezialvorträgen das große Interesse der Bevölkerung an der
Forschung, die unser aller Leben prägt.
(Quelle: PA PR&D)
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