7. September 2010 - 16:35 | eve b
Die Ergebnisse in Kurzform.
(Wien) - Im Folgenden Detailergebnisse für Österreich aus der
heute,
Dienstag, veröffentlichten OECD-Studie "Bildung auf einen
Blick 2010"
(Education at a Glance) in Kurzform:
AUSGABEN PRO SCHÜLER/STUDENT: Diese betrugen in Österreich 2007
von der
Volksschule bis zur Hochschule kaufkraftbereinigt pro Kopf
und Jahr
durchschnittlich 10.974 US-Dollar - deutlich mehr als im
OECD-Schnitt von 8.216
Dollar.
BILDUNGSAUSGABEN: Gemessen an der Wirtschaftsleistung sind
Österreichs
Bildungsausgaben stagnierend bis rückläufig. 2007 wurden
5,4 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung aufgewendet,
1995 waren es noch 6,2
Prozent. In diesem Zeitraum sank der Anteil
der Aufwendungen für den gesamten
Schulbereich von 4,3 Prozent des
BIP auf 3,6 Prozent, die Aufwendungen für den
Tertiärbereich
stagnierten bei 1,3 Prozent (1995: 1,2 Prozent). Der Anteil der
Bildungsausgaben
an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand hat sich
in dieser Zeit von 10,8
Prozent auf 11,1 Prozent leicht erhöht.
BILDUNGSSTAND: Der Anteil von Personen mit Matura bzw.
Lehrabschluss
(Abschluss Sekundarstufe II) an den 25- bis 64-Jährigen
stagniert seit 1997 in
Österreich bei 63 Prozent (OECD-Schnitt 2008:
44 Prozent), ebenso der Anteil
der Hochschulabsolventen an dieser
Bevölkerungsgruppe mit 18 Prozent
(OECD-Schnitt 2008: 28 Prozent).
BILDUNGSERTRAG - FÜR DEN EINZELNEN: Die Einkommen von
Hochschulabsolventen
liegen in Österreich um rund 80 Prozent (Männer)
bzw. 70 Prozent (Frauen) über
jenen von Absolventen des
Sekundarbereichs II (Matura, Lehre). Im OECD-Schnitt
beträgt der
Unterschied 70 Prozent Männer bzw. 65 Prozent (Frauen).
BILDUNGSERTRAG - FÜR DEN STAAT: Durch höhere Steuer- und
Sozialabgaben
von Akademikern verdient der Staat selbst nach Abzug
der für ein
Hochschulstudium aufgewendeten öffentlichen Mittel
(56.000 Dollar pro Student)
117.000 Dollar (kaufkraftbereinigt) pro
männlichem Hochschulabsolvent, bei
Akademikerinnen sind es 67.000
Dollar.
BESCHÄFTIGUNGSCHANCEN: Der Bildungsstand erhöht die Chancen auf
einen
Job: Die Beschäftigungsquote steigt vom Sekundarbereich I
(Pflichtschulabschluss)
von 66,7 Prozent (Männer) bzw. 50,2 Prozent
(Frauen) auf 91,4 Prozent (Männer)
bzw. 81,7 Prozent (Frauen) bei
einem Hochschulabschluss.
KLASSENGRÖSSE: Die durchschnittliche Klassengröße lag 2008 in
Österreich
in der Volksschule bei 19,3 Kindern (OECD: 21,6) und im
Sekundarbereich I (Hauptschule,
AHS-Unterstufe) bei 23,4 Kindern
(OECD: 23,9).
UNTERRICHTSZEIT - SCHÜLER: Sieben- bis Achtjährige saßen in
Österreich
2008 kürzer in der Klasse als ihre Kollegen in den anderen
Industriestaaten
(690 Stunden pro Jahr gegenüber OECD-Schnitt 759),
ebenso wie Neun- bis
Elf-Jährige (Ö: 767 Stunden, OECD: 802). Dagegen
dauerte der Pflichtunterricht
für Zwölf- bis 14-Jährige in Österreich
etwas länger als im OECD-Schnitt (Ö:
913 Stunden, OECD: 886).
UNTERRICHTSZEIT - LEHRER: In der Volksschule stehen
österreichische
Lehrer mit 779 Stunden etwa genauso lange in der
Klasse wie im OECD-Schnitt
(786). Im Bereich der Sekundarstufe I
(Hauptschule, AHS-Unterstufe) sind die
österreichischen Pädagogen mit
607 Stunden allerdings deutlich kürzer in der
Klasse (OECD: 703
Stunden), ebenso in der Sekundarstufe II (Ö: 589 Stunden,
OECD: 661
Stunden). Die gesetzliche bzw. vertragliche jährliche
Gesamtarbeitszeit
der Lehrer in Österreich ist mit 1.776 Stunden
allerdings höher als im
OECD-Schnitt (rund 1.660).
LEHRERGEHÄLTER: Die Lehrergehälter in Österreich lagen 2008 in der
Volksschule
mit jährlich 28.622 Dollar (kaufkraftbereinigt) am Anfang
der Karriere im
OECD-Schnitt (28.949 Dollar), das Höchstgehalt ist
mit 56.709 Dollar deutlich
höher als in den Industriestaaten
(48.022). Im Sekundarbereich I (Hauptschule,
AHS-Unterstufe) sind die
Anfangsgehälter mit 29.928 Dollar leicht
unterdurchschnittlich (OECD:
30.750), das Höchstgehalt mit 58.921 Dollar liegt
dagegen deutlich
über dem OECD-Schnitt von 50.649 Dollar. Ähnlich die Daten für
den
Sekundarbereich II (AHS-Oberstufe, BHS).
ANTEIL DER SCHÜLER AN PRIVATSCHULEN: Dieser liegt in allen
Altersgruppen
unter dem durchschnittlichen OECD-Niveau. Unter den
Volksschülern besucht nur
rund jeder Zwanzigste (5,4 Prozent) eine
private Bildungseinrichtung (OECD: 8,1
Prozent). Im Sekundarbereich I
(AHS-Unterstufe, Hauptschule) liegt der Anteil
bei 8,5 Prozent (OECD:
10,9), im Sekundarbereich II (Höhere Schulen) sind es
10,6 Prozent
(OECD: 13,6).
STUDIENANFÄNGERQUOTE: 50 Prozent eines Altersjahrgangs (Männer: 44
Prozent,
Frauen: 56 Prozent) begannen 2008 ein Hochschulstudium. Im
Jahr davor lag
dieser Wert noch bei bei 42 Prozent. Bereinigt man
diese Studienanfängerquote
um die ausländischen Studenten, beginnen
nur noch 39 Prozent eines Jahrgangs
ein Studium. Im OECD-Schnitt
gehen 56 Prozent eines Jahrgangs an eine
Hochschule. Zwischen 1995
und 2008 hat die Studienanfängerquote in Österreich
um 23
Prozentpunkte zugenommen, im OECD-Schnitt um 19 Prozentpunkte.
HOCHSCHULABSOLVENTEN: In Österreich schließen 25 Prozent eines
Altersjahrgangs
(Männer: 22 Prozent, Frauen: 28 Prozent) ein
Hochschulstudium ab
(Erstabschluss), im OECD-Schnitt 38 Prozent.
Bereinigt man den österreichischen
Wert um ausländische Studenten,
sind es nur noch 22,5 Prozent eines
Altersjahrgangs, die ein Studium
abschließen. Von 1995 bis 2008 ist der Anteil
der
Hochschulabsolventen in Österreich um 15 Prozentpunkte gewachsen, im
OECD-Schnitt
um 18 Prozentpunkte.
INTERNATIONALE
STUDENTEN: 15,5 Prozent der Studenten an heimischen
Hochschulen kommen aus dem
Ausland, nur in Australien (20,6) ist der
Anteil noch größer. Den Bärenanteil
unter den ausländischen Studenten
stellen Deutsche (32,7 Prozent), gefolgt von
Italienern (12,6),
Türken (4,4) und Polen (3,1). (apa/red)
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