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OECD Studie

Österreich Bildungssystem auf einen Blick

Die Ergebnisse in Kurzform.

(Wien) - Im Folgenden Detailergebnisse für Österreich aus der
 heute, Dienstag, veröffentlichten OECD-Studie "Bildung auf einen 
Blick 2010" (Education at a Glance) in Kurzform:

AUSGABEN PRO SCHÜLER/STUDENT: Diese betrugen in Österreich 2007
 von der Volksschule bis zur Hochschule kaufkraftbereinigt pro Kopf
 und Jahr durchschnittlich 10.974 US-Dollar - deutlich mehr als im
 OECD-Schnitt von 8.216 Dollar.

BILDUNGSAUSGABEN: Gemessen an der Wirtschaftsleistung sind
 Österreichs Bildungsausgaben stagnierend bis rückläufig. 2007 wurden
 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung aufgewendet,
 1995 waren es noch 6,2 Prozent. In diesem Zeitraum sank der Anteil
der Aufwendungen für den gesamten Schulbereich von 4,3 Prozent des
 BIP auf 3,6 Prozent, die Aufwendungen für den Tertiärbereich
 stagnierten bei 1,3 Prozent (1995: 1,2 Prozent). Der Anteil der
 Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand hat sich
in dieser Zeit von 10,8 Prozent auf 11,1 Prozent leicht erhöht.

BILDUNGSSTAND: Der Anteil von Personen mit Matura bzw.
 Lehrabschluss (Abschluss Sekundarstufe II) an den 25- bis 64-Jährigen
 stagniert seit 1997 in Österreich bei 63 Prozent (OECD-Schnitt 2008:
 44 Prozent), ebenso der Anteil der Hochschulabsolventen an dieser
 Bevölkerungsgruppe mit 18 Prozent (OECD-Schnitt 2008: 28 Prozent).

BILDUNGSERTRAG - FÜR DEN EINZELNEN: Die Einkommen von
 Hochschulabsolventen liegen in Österreich um rund 80 Prozent (Männer)
 bzw. 70 Prozent (Frauen) über jenen von Absolventen des
 Sekundarbereichs II (Matura, Lehre). Im OECD-Schnitt beträgt der
 Unterschied 70 Prozent Männer bzw. 65 Prozent (Frauen).

BILDUNGSERTRAG - FÜR DEN STAAT: Durch höhere Steuer- und
 Sozialabgaben von Akademikern verdient der Staat selbst nach Abzug
 der für ein Hochschulstudium aufgewendeten öffentlichen Mittel
 (56.000 Dollar pro Student) 117.000 Dollar (kaufkraftbereinigt) pro
 männlichem Hochschulabsolvent, bei Akademikerinnen sind es 67.000 
Dollar.

BESCHÄFTIGUNGSCHANCEN: Der Bildungsstand erhöht die Chancen auf
 einen Job: Die Beschäftigungsquote steigt vom Sekundarbereich I
 (Pflichtschulabschluss) von 66,7 Prozent (Männer) bzw. 50,2 Prozent
 (Frauen) auf 91,4 Prozent (Männer) bzw. 81,7 Prozent (Frauen) bei
 einem Hochschulabschluss.

KLASSENGRÖSSE: Die durchschnittliche Klassengröße lag 2008 in 
Österreich in der Volksschule bei 19,3 Kindern (OECD: 21,6) und im
 Sekundarbereich I (Hauptschule, AHS-Unterstufe) bei 23,4 Kindern 
(OECD: 23,9).

UNTERRICHTSZEIT - SCHÜLER: Sieben- bis Achtjährige saßen in
 Österreich 2008 kürzer in der Klasse als ihre Kollegen in den anderen 
Industriestaaten (690 Stunden pro Jahr gegenüber OECD-Schnitt 759),
 ebenso wie Neun- bis Elf-Jährige (Ö: 767 Stunden, OECD: 802). Dagegen
 dauerte der Pflichtunterricht für Zwölf- bis 14-Jährige in Österreich
etwas länger als im OECD-Schnitt (Ö: 913 Stunden, OECD: 886).

UNTERRICHTSZEIT - LEHRER: In der Volksschule stehen
 österreichische Lehrer mit 779 Stunden etwa genauso lange in der
 Klasse wie im OECD-Schnitt (786). Im Bereich der Sekundarstufe I
 (Hauptschule, AHS-Unterstufe) sind die österreichischen Pädagogen mit
 607 Stunden allerdings deutlich kürzer in der Klasse (OECD: 703 
Stunden), ebenso in der Sekundarstufe II (Ö: 589 Stunden, OECD: 661
 Stunden). Die gesetzliche bzw. vertragliche jährliche
 Gesamtarbeitszeit der Lehrer in Österreich ist mit 1.776 Stunden
allerdings höher als im OECD-Schnitt (rund 1.660).

LEHRERGEHÄLTER: Die Lehrergehälter in Österreich lagen 2008 in der
 Volksschule mit jährlich 28.622 Dollar (kaufkraftbereinigt) am Anfang
der Karriere im OECD-Schnitt (28.949 Dollar), das Höchstgehalt ist
 mit 56.709 Dollar deutlich höher als in den Industriestaaten 
(48.022). Im Sekundarbereich I (Hauptschule, AHS-Unterstufe) sind die
 Anfangsgehälter mit 29.928 Dollar leicht unterdurchschnittlich (OECD:
30.750), das Höchstgehalt mit 58.921 Dollar liegt dagegen deutlich 
über dem OECD-Schnitt von 50.649 Dollar. Ähnlich die Daten für den 
Sekundarbereich II (AHS-Oberstufe, BHS).

ANTEIL DER SCHÜLER AN PRIVATSCHULEN: Dieser liegt in allen
 Altersgruppen unter dem durchschnittlichen OECD-Niveau. Unter den
 Volksschülern besucht nur rund jeder Zwanzigste (5,4 Prozent) eine
 private Bildungseinrichtung (OECD: 8,1 Prozent). Im Sekundarbereich I
 (AHS-Unterstufe, Hauptschule) liegt der Anteil bei 8,5 Prozent (OECD:
 10,9), im Sekundarbereich II (Höhere Schulen) sind es 10,6 Prozent 
(OECD: 13,6).

STUDIENANFÄNGERQUOTE: 50 Prozent eines Altersjahrgangs (Männer: 44 
Prozent, Frauen: 56 Prozent) begannen 2008 ein Hochschulstudium. Im
 Jahr davor lag dieser Wert noch bei bei 42 Prozent. Bereinigt man
 diese Studienanfängerquote um die ausländischen Studenten, beginnen
 nur noch 39 Prozent eines Jahrgangs ein Studium. Im OECD-Schnitt
 gehen 56 Prozent eines Jahrgangs an eine Hochschule. Zwischen 1995
 und 2008 hat die Studienanfängerquote in Österreich um 23
 Prozentpunkte zugenommen, im OECD-Schnitt um 19 Prozentpunkte.

HOCHSCHULABSOLVENTEN: In Österreich schließen 25 Prozent eines
Altersjahrgangs (Männer: 22 Prozent, Frauen: 28 Prozent) ein
Hochschulstudium ab (Erstabschluss), im OECD-Schnitt 38 Prozent.
Bereinigt man den österreichischen Wert um ausländische Studenten,
 sind es nur noch 22,5 Prozent eines Altersjahrgangs, die ein Studium
 abschließen. Von 1995 bis 2008 ist der Anteil der
 Hochschulabsolventen in Österreich um 15 Prozentpunkte gewachsen, im
 OECD-Schnitt um 18 Prozentpunkte.

INTERNATIONALE STUDENTEN: 15,5 Prozent der Studenten an heimischen
 Hochschulen kommen aus dem Ausland, nur in Australien (20,6) ist der 
Anteil noch größer. Den Bärenanteil unter den ausländischen Studenten
stellen Deutsche (32,7 Prozent), gefolgt von Italienern (12,6),
 Türken (4,4) und Polen (3,1). (apa/red)

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