Update: Psychologie Aufnahmetest: Nicht einmal jeder Zweite trat an
Studenten protestieren gegen Aufnahmetest und geringe Studienplatzanzahl
(Salzburg) – Vor der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg protestierten heute zwei Dutzend Studenten gegen die Aufnahmeverfahren für das Psychologiestudium. In Form eines Parcours unter dem Titel „Bist du hart genug?“ kritisierten die verärgerten Studenten mit viel Zynismus die bevorstehenden Prüfungen. Auf fünf über Pfade verbundene Tafeln, beschrieben mit Sätzen wie „Du möchtest also studieren. Kannst du dir das leisten?“ oder „Studierst du auch, was die Wirtschaft will? Was ist der Regierung deine Bildung wert?“, machten die Aktivisten von „UniBrennt“ und der „Österreichischen Hochschülerschaft“ (ÖH) ihrem Ärger Luft.
„Im Herbst des Vorjahres standen noch 240 Studienplätze zur Verfügung, heuer sind es nur mehr 200“, so Kay-Michael Dankl, Sprecher von „UniBrennt“.
Es sei schon seit mehreren Jahren bekannt, dass der Andrang auf das Psychologiestudium in Salzburg groß ist, „dass mehr Bewerber als Plätze vorhanden sind. Doch die Politik hat nicht gehandelt.“
Nach der informellen Schätzung der „UniBrennt“ nach sind 600 tatsächlich an einem Psychologiestudium interessiert – das Personal sei zur Genüge da, es fehle lediglich „der politische Wille, Geld bereitzustellen.“
Im Grunde sei der Aufnahmetest nur dazu da, um „quantitative Beschränkungen mit Kollateralschäden“ hervorzurufen, meint der bildungspolitische Referent der ÖH Salzburg. „Die Studenten sollen aber das studieren, was ihnen persönlich zusagt und nicht das, was manche glauben, was die Wirtschaft brauchen wird. Das ist in Zukunft gar nicht absehbar“, sagt Dankl weiter über die Zugangsbeschränkungen.
Die Reaktionen auf den Hindernislauf seien überwiegend positiv gewesen, viele hätten sich ebenso über die Hintergrundinformationen gefreut, „zum Beispiel, welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie die Aufnahmeprüfung nicht bestehen“, erklärt Dankl.
Um auf die Absurdität zahlenmäßiger Studienplatzbeschränkung aufmerksam zu machen, suchten die Demonstranten vergeblich nach der Nummer 201. Doch trotz allen Zynismus und Nervosität vor den bevorstehenden Aufnahmeverfahren sei noch in Vielen die Hoffnung, es auf Platz 199 zu schaffen. (apa/red)
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