7. August 2012 - 20:04 | DerOnlineTutor
Im Fahrzeugbau senkt geringes Gewicht den Kraftstoffverbrauch und damit gleichzeitig die Emissionen. Aluminium - das etwa dreimal so leicht wie Stahl ist - wird daher, aber auch wegen seiner Wiederverwertbarkeit, zu einem immer wichtigeren Rohstoff für die Fahrzeugindustrie. Die verbesserte Qualität von Recycling-Aluminium ist Ziel eines dreijährigen Forschungsprojektes an der Montanuniversität Leoben.

Damit Autos umweltverträglicher werden, denken Entwickler nicht nur über Abgase und alternative Antriebe nach, schilderte Helmut Antrekowitsch vom Institut für Nichteisenmetallurgie im Gespräch mit der APA. Auch die Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien ist ein weites Forschungsfeld. Ab 2015 schreibt die EU-Richtlinie zur umweltverträglichen Entsorgung von Altfahrzeugen vor, dass ein Großteil (95 Prozent des Gewichts) des Autos aus wiederverwertbaren Stoffen bestehen muss.
Bei der Produktion an Recycling denken
Um möglichst hohe Quoten der Wiederverwertbarkeit nach einem Autoleben zu erreichen, wird daher bereits bei der Produktion an Recycling gedacht, so Antrekowitsch. Mit den Fragen, wie man den Leichtwerkstoff Aluminium am besten recyceln kann, wie man mt Verunreinigungen des Altmetallschrotts umgeht oder wie sich einzelne Aluminium-Legierungen verhalten, beschäftigt sich das Leobener Forschungsteam in Zusammenarbeit mit der steirischen Metallverarbeitungsfirma Fuchshofer GmbH.
Aluminium werde als Produktionsmittel in den nächsten Jahre immer öfter eingesetzt werden, meinte Antrekowitsch. Etwa solle der Anteil von Aluminium in einem durchschnittlichen Pkw von derzeit 130 bis 140 kg auf über 200 kg steigen. Speziell für Österreich spiele der Einsatz von Recycling-Aluminium eine entscheidende Rolle, da es hier keine Herstellung von Aluminium auf primären Weg gibt. "Die Herstellung aus Schrotten führt einerseits zu einer Energieeinsparung, denn ihr Energiebedarf beträgt nur rund zehn Prozent von jenem der Primäraluminiumerzeugung", schilderte die Leobener Forscherin Susanne Koch. "Außerdem kommt es auch zu einer Vermeidung großer Mengen an Problemreststoffen wie z. B. Rotschlamm", so Koch.
Verunreinigungen als Herausforderung
Die größte Herausforderung sei, dass der Schrott Verunreinigungenbeinhalte und schon geringste Mengen die Eigenschaften des Recycling-Aluminiums und der späteren Aluminiumlegierungen drastisch verändern könnten, so Antrekowitsch. Das Projektteam unter der Leitung von Susanne Koch beschäftigt sich mit Aluminium-"Knetlegierungen". Sie werden - im Unterschied zu Gusslegierungen - noch mit Walzen oder Pressen weiterverarbeitet und sind damit vielseitig einsetzbar und kommen u.a. bei bei der Herstellung von präzisen, hochwertigen Bauteilen mit Eloxierschichten zum Einsatz.
Die Forscher wollen erkennen, inwieweit hohe Konzentrationen anderer Elemente wie etwa Magnesium oder Silizium die Struktur der Legierungen negativ beeinflussen. Weiters will man erforschen, wie die Elemente miteinander reagieren. "Das kann man mit der Wechselwirkung bei der Einnahme verschiedener Medikamente vergleichen, die ihre Wirkung in manchen Fällen ja gegenseitig komplett aufheben", so Antrekowitsch (APA/red, Bild Der Aluminim).
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