26. Juli 2012 - 7:07 | DerOnlineTutor
Keinen Kommentar zur von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) wieder abgeblasenen Bestellung von Elmar Märk zum Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol wollen der Vorsitzende der PH-Rektorenkonferenz, Ivo Brunner (PH Vorarlberg), und seine Stellvertreterin Dagmar Hackl (PH Wien) abgeben. Die Rektorenkonferenz habe sich in Personalentscheidungen nie eingemischt, so Brunner zur APA. "Das ist eine Angelegenheit der Hochschulräte und der einzelnen Standorte." Konkret müssten Schmied und Märk bzw. der Hochschulrat und Schmied diese Angelegenheit lösen.
Schmied hatte die Bestellung des von ihr designierten Rektors Märk noch vor seinem Amtsantritt am 1. Oktober wieder abgeblasen, weil er sich in einem APA-Interview für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte. Ihre Entscheidung begründete sie mit einem "massiv gestörten Vertrauensverhältnis" zu Märk, der im Bewerbungsgespräch mit ihr noch eine andere Meinung vertreten habe.
Er kenne die Facetten und Feinheiten dieses Gesprächs nicht, betonte Brunner. Daher könne er dies auch nicht kommentieren. Generell habe er aber den Eindruck, dass die PH durchaus einen Autonomierahmen hätten, was die Gestaltung ihrer Zukunft betreffe. "Wir haben einen sehr breiten Raum für diese Diskussion und eine gute Kooperation mit dem Ministerium und dem (für die Umsetzung der Lehrerausbildungs-Reform zuständigen, Anm.) Entwicklungsrat."
Kritik von Rektor der Angewandten
Für die PH Vorarlberg sei die Diskussion in Tirol "doppelt interessant, weil wir mit den Tirolern eng zusammenarbeiten", so Brunner. Langfristig - derzeitiges Ziel ist 2020 - soll in Vorarlberg die PH zu einer selbstständigen Pädagogischen Universität entwickelt werden. Ziel müsse es sein, die Qualität der PH anzuheben und auf Masterniveau bzw. gutes universitäres Niveau zu bringen. "Da brauchen wir noch, bis wir auf Augenhöhe mit den Unis sind."
Auch die Alternative einer "School of Education", bei der die Unis die Lehrerbildung mit einer gewissen Personal- und Budgethoheit herauslösen und die bisherigen Leistungen der PH dazuorganisiert werden, gefällt Brunner gut. Bei beiden Varianten müsse es immer eine enge Kooperation mit den Unis geben: "Das ist immer ein Give and Take der beiden."
Die scheidende PH-Wien-Rektorin Hackl betonte, dass es ihr nicht zustehe, Personalentscheidungen auf rechtlicher Ebene zu kritisieren. Die ebenfalls kritisierte Schmied-Entscheidung für Ruth Petz als ihre Nachfolgerin geht für sie im Sinne eines Generationswechsel aber aus jetziger Sicht in Ordnung. "Man soll die neuen Teams jetzt einmal arbeiten lassen. Der Sache ist nicht gedient, wenn man jetzt lang und breit Personaldiskussionen führt." Dem Thema Lehrerbildung bleibt Hackl erhalten - sie kehrt nach dem Ende ihrer Amtszeit im Herbst ins Unterrichtsministerium zurück.
Weniger Zurückhaltung zeigte der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, in einer Aussendung. "Wenn das Schule macht, was die Unterrichtsministerin unter Hinweis auf ihre 'Konzernverantwortung' an der Pädagogischen Hochschule Innsbruck praktiziert hat, dann könnten mit dem gleichen Recht demnächst die Justizministerin das Ernennungs- und Abberufungsrecht für die Dekane der juridischen Fakultäten und der Gesundheitsminister für die Rektoren der Medizinischen Universitäten fordern." Hier könne man "nur so laut und deutlich wie möglich sagen": "Wehret den Anfängen!" (APA/red, Bild APA/OTS PH Wien)
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