3. Juli 2012 - 13:10 | DerOnlineTutor
13 internationale Forschungseinrichtungen sollen am "Human Brain Project" beteiligt sein
Im Rahmen des "Human Brain Project" (HBP) wollen 13 europäische Forschungseinrichtungen, darunter die Medizinische Universität Innsbruck, das menschliche Gehirn simulieren. Das Projekt, das nicht nur die Neurowissenschaft, sondern auch die Informationstechnologie revolutionieren soll, wurde am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck vorgestellt.
Ziel des "Human Brain Project" soll sein, eine Simulation des menschlichen Gehirns zu entwickeln, um auf diese Weise alle Aspekte des Gehirns messen und beeinflussen zu können. "Das würde einen enormen Innovationsschub für die Hirnforschung bedeuten und die Erforschung von Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten vieler neurologischer Erkrankungen erleichtern", erklärte Peter Jonas, Hirnforscher vom Institute of Science and Technology Austria (IST).
Derzeit könnten viele Krankheiten des Gehirns, wie Alzheimer oder Parkinson, nicht ausreichend behandelt werden, wodurch hohe Pflegekosten entstehen würden, meinte Alois Saria, Leiter der Abteilung für Experimentelle Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck. "Bis 2030 muss entweder eine Behandlung von Alzheimer gefunden worden sein, oder das Gesundheitssystem ist in seiner heutigen Form nicht mehr finanzierbar", so Saria. Dies mache die Hirnforschung zu einem der wichtigsten Forschungsbereiche des 21. Jahrhunderts.
Um das menschliche Gehirn simulieren zu können, soll innerhalb des HBP außerdem eine neue Generation von Supercomputern, sogenannten "neuromorphen" Computern, geschaffen werden. Dabei wollen die Wissenschafter einen Computerchip entwickeln, dem die Architektur der Nervenzellen des menschlichen Gehirns zugrunde liege.
Das "Human Brain Project" ist eines von sechs Pilotprojekten der Future and Emerging Technologies (FET) - Flagship Initiative der EU, von welchen im Frühjahr 2013 zwei Flagship-Projekte ausgewählt werden. Diese beiden Projekte sollen schließlich über zehn Jahre lang mit einem Budget von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden (APA/red).
Kommentar hinzufügen