16. Juni 2012 - 9:59 | DerOnlineTutor
Schulabsolventen unterschätzen laut IV-Befragung die Bedeutung der Industrie
Die Vorarlberger Maturanten beurteilen den Wirtschaftsstandort Vorarlberg, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Arbeitsmarktlage anders als noch 2009 durchwegs positiv. Das ergab die aktuelle Maturantenbefragung der Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV). Die Schulabsolventen unterschätzen aber offenbar noch immer die Bedeutung der Industrie für das Land: Während die klassische Sachgütererzeugung rund 30 Prozent der Wertschöpfung generiere, reihten die Maturanten wie bei der Befragung 2009 den Tourismus, der tatsächlich rund sechs Prozent der Bruttowertschöpfung bringe, auf Platz eins der größten Geldbringer für das Land.
Hier gebe es offensichtlich Aufklärungsbedarf, so IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher und Schul-Landesrat Siegi Stemer (V) bei der Präsentation der Studie. Beträchtliche 21 Prozent der befragten 1.500 Maturanten sahen sich in der Schule über die Wirtschaft zu wenig informiert. Daran wolle man künftig arbeiten. Bei den Informationsquellen über Wirtschaftswissen führte das Internet.
Nach den Krisenjahren sind die Maturanten offenbar wieder optimistischer: 23 Prozent der Befragten glaubten an eine Verbesserung der Wirtschaftslage, 60 Prozent rechneten mit gleichbleibenden Werten, 17 Prozent befürchteten eine Verschlechterung. 2009 waren dagegen lediglich 15 Prozent von einer besseren Entwicklung überzeugt, 52 Prozent erwarteten eine Verschlechterung. Das zeige, dass das Krisenszenario auch in den Köpfen der Maturanten überwunden sei, schloss Burtscher.
Auch die Bewertung der Arbeitsmarktlage verbesserte sich. 45 Prozent sahen 2009 eine eher schlechte oder sehr schlechte Lage, aktuell waren es noch 21 Prozent. 67 Prozent der Maturanten ging dagegen von einer sehr oder eher guten Lage aus. Besonders zuversichtlich gestimmt waren diesbezüglich die HTL-Absolventen. Insgesamt sahen 72 Prozent der Schulabsolventen für sich sehr oder eher gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Als wichtigste Motivation für ihr zukünftiges Arbeitsleben nannten die Maturanten übrigens nicht Freizeit oder hohes Einkommen, sondern gutes Arbeitsklima und berufliche Herausforderung (APA/red).
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