11. April 2012 - 12:47 | Isabella
Die Zahl der Maturanten in Österreich wird bis zum Schuljahr 2018/19 auf rund 38.300 (2008/09: 40.500) zurückgehen. Das geht aus der am Mittwoch im Detail veröffentlichten, im Auftrag des Wissenschaftsministeriums erstellten Maturanten- und Hochschulprognose der Statistik Austria hervor.

Die Statistiker führen die Abnahme der Maturantenzahlen auf die geburtenschwachen Jahrgänge ab Mitte der 1990er Jahre zurück. Dennoch steigt in den kommenden Jahren die Studentenzahl weiter an, weil sich immer mehr Personen für ein Studium entscheiden.
Erst ab 2020 werde die Tendenz, dass sich immer mehr Jugendliche für den Besuch einer maturaführenden Schule entscheiden, den demografisch bedingten Schwund der Zahl der Personen im typischen Maturaalter kompensieren. Bis 2030 werden voraussichtlich 41.000 Personen und damit rund 46 Prozent aller 18- bis 19-Jährigen eine Matura abschließen (2007: rund 39). Mehr als die Hälfte der Maturantinnen geht derzeit gleich an eine Universität, während der Großteil ihrer männlichen Kollegen nach Zivil- oder Präsenzdienst nach einem Jahr folgt. Vor allem AHS-Schüler zieht es nach der Matura in ein Hochschulstudium, 84 Prozent von ihnen wechseln innerhalb von drei Jahren an eine Hochschule - unter Absolventen von berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sind es dagegen etwa 55 Prozent.
Nicht nur die Entscheidungen zum Besuch einer maturaführenden Schule, sondern auch jene für ein Hochschulstudium werden häufiger. Begannen im Studienjahr 2009/10 bereits mehr als 60 Prozent der 18- bis 21-Jährigen ein Studium, werden es 20 Jahre später bereits 70 Prozent sein. Bei den männlichen Studierenden steigt die Studienanfängerquote um zehn Prozentpunkte (von etwa 54 auf 64 Prozent), bei den Studienanfängerinnen um neun Prozentpunkte (67 auf 76).
Eine Verlangsamung ist hingegen in absoluten Zahlen bei der zuletzt stark steigenden Zahl der Studienanfänger in Sicht: Diese wird zwar weiter in allen Bereichen wachsen, sich langfristig aber auf einem hohen Niveau bei rund 64.000 bis 66.000 halten. Die Zahl der Studienanfänger war zuletzt um acht Prozent auf 62.000 (2009/10) angestiegen.
Insgesamt wird es im Studienjahr 2029/30 bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen wie Zugangs- und Gebührenregelung rund 385.000 Studenten in Österreich geben. Der Studentenstamm wird damit innerhalb von 20 Jahren um 16 Prozent angewachsen sein (2009/10: 331.000 Studenten). Fachhochschulen (FH) und Pädagogische Hochschulen (PH) werden dabei an relativer Bedeutung dazugewinnen. Während die öffentlichen Unis laut Prognose in 20 Jahren über ein Siebentel mehr Studenten aufweisen (2009/10: rund 277.000; 2029/30: etwa 320.000), wird die Zahl der Studierenden an FH (von rund 37.000 auf etwa 45.000 Studierende) und PH (rund 9.700 auf etwa 12.100) in der selben Zeit sogar um jeweils fast ein Viertel wachsen.
Der Sektor von Privatunis und Universitätslehrgängen wird ein Fünftel dazugewinnen (rund 9.500 auf etwa 11.600). Der Anteil der Bachelor- und Masterstudenten wird mit zunehmendem Umstieg auf die Bologna-Struktur stark ansteigen, der Anteil von Personen, die mehrere Studien gleichzeitig betreiben, jedoch allmählich zurückgehen.
Auch die Zahl der deutschen Studierenden wird weiter zunehmen. Statistik Austria führt das einerseits auf die generell steigende Zahl deutscher Studienberechtigter, aber auch weiterer doppelter Abiturientenjahrgänge in einzelnen Jahren in Deutschland zurück. Rund 13 Prozent der Studenten werden 2030 deutsche Staatsbürger sein (2009/10: etwa acht Prozent). In derselben Größenordnung bewegt sich die Zunahme Deutscher unter den Studienanfängern: Der Anteil von Neuzugängen mit deutscher Staatsbürgerschaft wird sich bis 2029/30 von derzeit rund elf Prozent auf 16 Prozent steigern. Generell wird der Anteil von Studienanfängern mit ausländischer Reifeprüfung von etwa 19 Prozent auf 22 Prozent ansteigen. (APA/red, Bild: APA)
Kommentar hinzufügen