28. März 2012 - 17:02 | admin

Feuerwehrmänner und -frauen müssen in Wien künftig die Schulbank
drücken. Die Wiener Berufsfeuerwehr reformiert nämlich die Ausbildung
und richtet eine eigene Feuerwehrschule ein. Das kündigten die
zuständige Stadträtin Renate Brauner (S) und Branddirektor Gerald
Hillinger am 16. Februar im Gespräch mit Journalisten an. Die Schule
wird am Standort der Hauptfeuerwache Floridsdorf angesiedelt, wo
bestehende Ausbildungsstätten adaptiert werden.
Derzeit erfolgt noch die gesamte Ausbildung der
Wiener Brandschutzkräfte während der Einsatzzeit - an verschiedenen
Standorten. Künftig finden die diversen Kurse geblockt an einem Ort
statt. Das betrifft sowohl die Grundausbildung, die jeder Feuerwehrmann
absolvieren muss, als auch die weiterbildenden Einheiten. Wobei die
Ausbildung dual, also ähnliche wie eine Lehre, konzipiert ist. Sie
besteht aus Theorie und Praxis.
Testbetrieb bereits 2012
Die neue Schule wird rund 600 Personen pro Jahr
ausbilden können. Der Testbetrieb startet bereits heuer. Bis 2015 werden
insgesamt 13 Lehrsäle zur Verfügung stehen, die in bereits bestehenden
Gebäuden untergebracht werden. Auch die dort vorhandene
Übungsinfrastruktur wird einbezogen bzw. adaptiert. Vorerst wird die
Schule der internen Ausbildung dienen, später könnten aber auch
Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren oder Betriebs-Feuerwehren
unterrichtet werden, hieß es.
Um einen professionellen Lehrbetrieb samt genügend
Lehrern zu gewährleisten, werden drei Feuerwachen aufgelassen - das
Personal wechselt nach Floridsdorf. Es handelt sich dabei um die
Gruppenwachen Kahlenbergerdorf, Brigittenau und Neubau. Die
freiwerdenden Gebäude sollen von anderen Einsatzorganisationen
übernommen werden.
Die Versorgung wird dadurch nicht beeinträchtigt,
wurde heute versprochen: Trotz der Änderungen wird jeder Punkt der Stadt
weiterhin im Alarmfall innerhalb von sieben bis acht Minuten erreicht
werden können.
Laut Feuerwehr-Stadträtin Renate Brauner verzeichnet
die Wiener Berufsfeuerwehr rund 36.000 Einsätze jährlich. Wobei der
Anteil der Brände sinkt, er beträgt nur mehr 29 Prozent. Der Großteil
sind technische Einsätze bzw. Fahrten infolge von Schadstoff-Austritten.
Diese Art von Einsätzen werden auch in der Ausbildung eine große Rolle
spielen, wie Branddirektor Hillinger betonte.
Gelehrt wird somit nicht nur das Löschen von
Bränden, sondern auch die relativ schonende Öffnung von Türen oder
steckengebliebenen Aufzügen. Diese sollten nach dem Einsatz nämlich
nicht unbedingt ein Sanierungsfall sein, betonte der Branddirektor.
(APA/red, Bild APA)
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