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Ausbildung Berufsfeuerwehr: Wien richtet eigene Feuerwehrschule ein

Feuerwehrmänner und -frauen müssen in Wien künftig die Schulbank drücken. Die Wiener Berufsfeuerwehr reformiert nämlich die Ausbildung und richtet eine eigene Feuerwehrschule ein. Das kündigten die zuständige Stadträtin Renate Brauner (S) und Branddirektor Gerald Hillinger am 16. Februar im Gespräch mit Journalisten an. Die Schule wird am Standort der Hauptfeuerwache Floridsdorf angesiedelt, wo bestehende Ausbildungsstätten adaptiert werden.

Derzeit erfolgt noch die gesamte Ausbildung der Wiener Brandschutzkräfte während der Einsatzzeit - an verschiedenen Standorten. Künftig finden die diversen Kurse geblockt an einem Ort statt. Das betrifft sowohl die Grundausbildung, die jeder Feuerwehrmann absolvieren muss, als auch die weiterbildenden Einheiten. Wobei die Ausbildung dual, also ähnliche wie eine Lehre, konzipiert ist. Sie besteht aus Theorie und Praxis.

Testbetrieb bereits 2012

Die neue Schule wird rund 600 Personen pro Jahr ausbilden können. Der Testbetrieb startet bereits heuer. Bis 2015 werden insgesamt 13 Lehrsäle zur Verfügung stehen, die in bereits bestehenden Gebäuden untergebracht werden. Auch die dort vorhandene Übungsinfrastruktur wird einbezogen bzw. adaptiert. Vorerst wird die Schule der internen Ausbildung dienen, später könnten aber auch Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren oder Betriebs-Feuerwehren unterrichtet werden, hieß es.

Um einen professionellen Lehrbetrieb samt genügend Lehrern zu gewährleisten, werden drei Feuerwachen aufgelassen - das Personal wechselt nach Floridsdorf. Es handelt sich dabei um die Gruppenwachen Kahlenbergerdorf, Brigittenau und Neubau. Die freiwerdenden Gebäude sollen von anderen Einsatzorganisationen übernommen werden.

Die Versorgung wird dadurch nicht beeinträchtigt, wurde heute versprochen: Trotz der Änderungen wird jeder Punkt der Stadt weiterhin im Alarmfall innerhalb von sieben bis acht Minuten erreicht werden können.

Laut Feuerwehr-Stadträtin Renate Brauner verzeichnet die Wiener Berufsfeuerwehr rund 36.000 Einsätze jährlich. Wobei der Anteil der Brände sinkt, er beträgt nur mehr 29 Prozent. Der Großteil sind technische Einsätze bzw. Fahrten infolge von Schadstoff-Austritten. Diese Art von Einsätzen werden auch in der Ausbildung eine große Rolle spielen, wie Branddirektor Hillinger betonte.

Gelehrt wird somit nicht nur das Löschen von Bränden, sondern auch die relativ schonende Öffnung von Türen oder steckengebliebenen Aufzügen. Diese sollten nach dem Einsatz nämlich nicht unbedingt ein Sanierungsfall sein, betonte der Branddirektor.

(APA/red, Bild APA)

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