Uni Wien führt Identitätskontrollen durch und stellt Studierende unter Generalverdacht
Die Universität Wien setzt offiziell seit gestern eine Sondermaßnahme um, die von allen Personen, die das Hauptgebäude, das Neue Institutsgebäude oder des Juridicum betreten wollen, verlangt, sich auszuweisen. Diese Identitätskontrolle soll, so die Intention, Ausschreitungen in Bezug auf die Proteste gegen den WKR-Ball in den Gebäuden verhindern.
"Für Student_innen wie Uniangehörige bedeutet das eine massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Die Uni wird so zu einem Hort der Überwachung. Die Uni sichert sich also vor den Menschen, die Teil der Uni sind, dort lernen und arbeiten", führt Julia Kraus vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien aus.
Dem schließt sich Kübra Atasoy an: "Mit dieser völlig überzogenen Maßnahme suggeriert die Universität, dass Student_innen, die sich am antifaschistischen Protest beteiligen, eine Gefahr darstellen. Diese unerträgliche law and order-Politik stellt berechtigten politischen Aktivismus unter einen Generalverdacht. Diese Disziplinierungsversuche durch Kontrollwahn sind inakzeptabel!"
"Die Gebäude der Uni Wien sind öffentlich und müssen jeder Person, egal ob lehrend, studierend oder einfach interessiert, offen stehen, um am Unialltag teilzuhaben und sich in Vorlesungen zu setzen. Stattdessen werden Studierende mit Security-Kräften aus privaten Sicherheitsfirmen konfrontiert, die ihnen vermitteln, dass sie unter Beobachtung stehen", ist Maria Clar erbost.
Die Universität Wien beruft sich auf §19 ABGB ("Selbsthilferecht"), was deutlich macht, dass sie den Rahmen der Proteste zum WKR-Ball als Bedrohung sieht, vor der sie sich schützen muss. Dies ist garantiert eine Verkehrung politischer Tatsachen.
Die Vorsitzenden resümieren: "Während sich Burschenschafter, (Neo)Nazis und PolitikerInnen mit rassistischer, homophober, sexistischer und antisemitischer Gesinnung frei in den Prunkräumen der Hofburg bewegen können, werden Studierende im Vorfeld zu Verdächtigen und penibel kontrolliert. Als ÖH Uni Wien unterstützen wir die Proteste und rufen auf, gegen diesen abstrusen Normalzustand aufzubegehren!"
(Quelle: OTS/ ÖH Uni Wien)
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