23. Februar 2012 - 19:03 | admin

Die Kritik an der ab 2014 an AHS bzw. ab 2015 an berufsbildenden
höheren Schulen (BHS) geplanten teilzentralen Matura reißt nicht ab: Die
AHS-Gewerkschaft hat nun jenen Verordnungsentwurf mit Detailregelungen,
mit dem Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) vor knapp drei Wochen
als Reaktion auf die Kritik der Schulpartner reagiert hatte, "generell
abgelehnt". "Der Entwurf wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet", so
die Gewerkschafter in einer Stellungnahme. Die vom Ministerium
angestrebte Vergleichbarkeit zwischen den beiden Schularten sei "nicht
einmal ansatzweise gegeben".
Die kompetenzorientierte, teilzentrale
Reifeprüfung wird ab 2014 an den AHS und 2015 an den BHS flächendeckend
eingeführt. Dabei müssen alle Schüler am selben Tag dieselben Aufgaben
lösen. In der AHS umfasst die Zentralmatura die Fächer Deutsch,
Mathematik und Fremdsprachen. In sechs Fächern gibt es an den AHS laut
Verordnung weiter keine zentralen Klausuren (Darstellende Geometrie,
Physik, Biologie, Musik, Bildernische Erziehung, Sport). Die
Lehrergewerkschaften haben in den vergangenen Monaten mehrfach
schleppende Vorbereitungen sowie einen Mangel an Unterrichtsmaterial
kritisiert und eine Aufschiebung in einzelnen Bereichen sowie eine die
Rechtslage klärende Verordnung gefordert.
Kritik an "jahrelanger Verspätung"
In ihrer Stellungnahme kritisiert die
AHS-Gewerkschaft nun eine "bereits eingetretene jahrelange Verspätung"
durch das Ministerium und äußerte erneut die Meinung, dass "vollzentrale
Klausuren dem Unterricht an Schulen unterschiedlicher Stundentafeln und
Schwerpunktsetzungen nicht gerecht werden können". Die bisherige
Reifeprüfung bilde die verschiedenen Schulformen (Gymnasium,
Realgymnasium, wirtschaftskundliches Realgymnasium und
Oberstufenrealgymnasium) und Schwerpunktsetzungen ab, die neue
Zentralmatura nehme jedoch nur auf "schulautonome Schwerpunkte, nicht
aber auf die unterschiedlichen Schwerpunkte der Schulformen Rücksicht".
Kritisiert wird auch der österreichweite
Klausurtermin. "Im Sinne einer Gleichbehandlung" brauche es in Ost- und
Westösterreich "zwei zentrale Klausurtermine, damit das Schuljahr in der
letzten Schulstufe für alle Schüler gleich lang ist". In der
Stellungnahme wird zudem "mit Nachdruck" gegen die vorgesehene
Streichung der Arbeitsgruppen zur Vorbereitung auf die mündliche Matura
protestiert und auf zahlreiche ungeklärte Fragen verwiesen: So gehe aus
der Verordnung nicht klar hervor, ob für das Bestehen einer Klausur alle
Kompetenzbereiche positiv beurteilt werden müssen oder ob die
"Minderleistung in einem Kompetenzbereich durch eine Mehrleistung in
einem anderen kompensiert werden" kann.
(APA/red, Bild APA)
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