5. Januar 2012 - 13:28 | Thea
Das vom Ex-SP-Vizekanzler und Industriellen Hannes Androsch
initiierte Bildungsvolksbegehren soll in einem Sonderausschuss des
Parlaments behandelt werden. Nachdem sich wiederholt SP-Vertreter und
Grüne für die Behandlung in einem eigens eingerichteten Ausschuss
ausgesprochen haben, ist die ÖVP nun ebenfalls dafür. Und auch FPÖ und
BZÖ, die sich bisher gegen einen Sonderausschuss stellten, haben ihren
Widerstand aufgegeben.
VP-Bildungssprecher Werner Amon begründete seine
Zustimmung am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal damit, dass das
Bildungsvolksbegehren so unterschiedliche Themen wie Unterricht und den
Universitätsbereich umfasse. Die Einrichtung eines eigenen Ausschusses
sei damit gerechtfertigt.
BZÖ und FPÖ hatten zwar bisher eine
"Sonderbehandlung" der Androsch-Initiative mit dem Argument abgelehnt,
Unterrichts- und Wissenschaftsausschuss würden ausreichen. Nachdem sich
allerdings sowohl die SPÖ als auch Amon bereit zeigten, auch gegen ihren
Widerstand einen eigenen Ausschuss einzusetzen, gab es am Mittwoch
einen Meinungsumschwung bei den beiden Oppositionsparteien.
"Selbstverständlich steht die FPÖ für alle
Maßnahmen, die mehr direkte Demokratie und Beteiligung der Bürger an
politischen Prozessen bedeuten! Insofern werden wir uns auch einem
Sonderausschuss zur Behandlung des Bildungsvolksbegehrens nicht in den
Weg stellen", so FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz in einer
Aussendung. Wenn es allerdings im Parlament eine Mehrheit für einen
Sonderausschuss für ein Volksbegehren gebe, müsse künftig für jedes
Volksbegehren ein Sonderausschuss eingerichtet werden.
BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner hielte zwar
ebenfalls die Behandlung im bestehenden Unterausschuss zum
Unterrichtsausschuss für ausreichend. "Das BZÖ wird aber auch in einem
Sonderausschuss seine bildungspolitischen Vorstellungen massiv
einbringen und auf die Umsetzung drängen", sagte sie in einer
Aussendung.
(APA / red, Bild APA)
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