2. Januar 2012 - 15:02 | Thea
In den nächsten zehn Jahren geht
Hälfte der Pädagogen in Pension - Lehrervertreter Kimberger:
Spindelegger soll sich lieber Maßnahmen gegen Lehrermangel überlegen
Eine Abfuhr holt sich VP-Vizekanzler
Michael Spindelegger bei der Lehrergewerkschaft für den von ihm
angedachten Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst. "Das ist für mich
undenkbar", so der Vertreter der Pflichtschullehrer, Paul Kimberger, am
Montag zur APA. Dann könnten nämlich die Stellen pensionierter Lehrer
nicht nachbesetzt werden, warnt Kimberger. "Da möchte ich gerne erklärt
haben, was wir dann mit den Kindern tun."
Wie ernst Spindeleggers Vorstoß zu
nehmen ist, traut sich Kimberger nicht zu interpretieren. Ihm seien aber
keine Pläne oder Konzepte dahinter bekannt. Sparankündigen im
öffentlichen Dienst gebe es immer wieder, die dazugehörigen Vorschläge
würden aber stets nur sehr unzureichend nachgeliefert. Im
Bildungsbereich schätze er die Umsetzungschancen jedenfalls "gleich
null" ein. Die Herausforderung sei vielmehr, die durch Pensionierungen
freiwerdenden Stellen nachzubesetzen. "Ich würde mir wünschen, dass sich
der Herr Vizekanzler eher darüber Sorgen macht und nicht über
Einsparungspläne nachdenkt, die in dieser Art im Bildungsbereich ohnehin
nicht umsetzbar sind."
Mit Überstunden könnten die
Pensionierungen nicht kompensiert werden, immerhin werde laut der
bestehenden Pensionsregelung in den nächsten zehn Jahren rund die Hälfte
der Lehrer in den Ruhestand gehen, allein im Pflichtschulbereich seien
es 30.000. Die Lehrer seien jetzt schon an ihrer Belastungsgrenze, im
sonderpädagogischen Bereich müsse bereits der Personalmangel durch
Überstunden ausgeglichen werden. Organisatorisch wäre ein Aufnahmestopp
bei Lehrern daher "nicht vorstellbar und nicht machbar. Denn was tun wir
mit den Kindern in der Volksschulklasse, wo ein Lehrer in Pension geht?
Wir können die Kinder nicht alleine lassen, aber ein Lehrer kann sich
auch nicht teilen und gleichzeitig in zwei Klassen stehen. Das wird
sicher nicht funktionieren."
(APA/red, Bild APA)
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