21. Dezember 2011 - 16:16 | Thea
Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung beabsichtigt, das Produkt "Österreichischer Hochschulplan" in Verkehr zu bringen, vor dessen Benutzung der ULV eindringlich warnt.
Es ist in sich widersprüchlich, weil es
a. Zwar der forschungsgeleiteten Lehre das Wort redet, dann aber die rechnerische Trennung von Forschung und Lehre propagiert (in einem Seminar kann dann z.B. kein Gedanke mehr geäußert werden, der in die Forschung einfließt, weil ja sonst der zeitliche respektive finanzielle Aufwand aliquotiert werden müsste...)
b. Bestehende ordnungspolitische Konzepte der Hochschulpolitik werden unterlaufen, wie etwa das Verhältnis von Universitäten und Fachhochschulen beispielsweise dadurch, dass Fachhochschulen in der Hochschulkonferenz mit fast dergleichen Stimmstärke vertreten sind wie Universitäten - das aber bei nur 10% Anteil an Studierenden!
c. Es werden zwar Autonomie und Wettbewerb hervorgehoben, welche auf Grund des Universitätsgesetzes 2002 unter Verursachung hoher Kosten seit 2004 Einzug gehalten haben, jetzt aber wird von Planung, Koordination, Fächerabgleich und Synergien gesprochen, was das Konzept von Autonomie und Wettbewerb durchlöchert.
Unvereinbarkeiten bestehen auch mit existierenden anderen Rahmenbedingungen für den tertiären Bildungsbereich.
Zuguter Letzt ist die einzusetzende Hochschulkonferenz in ihrer jetzt vorgesehenen Zusammensetzung völlig unhaltbar; die einzelnen Universitäten sind insgesamt nur durch ein einziges Senatsmitglied vertreten, alle anderen VertreterInnen sind Funktionäre außeruniversitärer Gremien. Personen, die tatsächlich im universitären Geschehen stehen, gibt es dort nicht! Sie kommen auch im gesamten Hochschulplan nicht vor. Es ist symptomatisch, dass der angeblich mit den Hochschulpartnern entwickelte Entwurf als vertrauliches Dokument von den Hochschulangehörigen ferngehalten worden ist!
Die Hochschulkonferenz selbst ist allerdings angesichts reichlich vorhandener anderer Gremien eigentlich überhaupt entbehrlich!
Das In-Verkehr-Bringen derartiger Produkte wie dem Österreichischen Hochschulplan ist gefährlich und sollte daher unterbleiben!
UniversitätslehrerInnenverband
Präsidium
(Quelle: UniversitätslehrerInnenverband (ULV), Verband des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an den österreichischen Universitäten)
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