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"Mehr Geld oder weniger Studierende": Töchterle und Unis fordern Zugangsbeschränkungen

Ersatz der Studiengebühren weiter gesichert

Angesichts des Einsparungsbedarfs der Regierung von zwei bis drei Mrd. Euro pro Jahr sei es "extrem schwierig" gewesen, die zusätzlichen Mittel bei Finanzministerin Maria Fekter (V) herauszuverhandeln, betonte Karlheinz Töchterle. Zusätzlich sei auch sichergestellt worden, dass der Ersatz der Studiengebühren von knapp 160 Mio. Euro pro Jahr weiterhin an die Unis geht, teilte der Minister "mit Freude und ein bisschen Stolz" sowie "Anerkennung" für Fekter mit.

"Dankbar" für die zusätzlichen Mittel zeigte sich auch der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger. Angesichts der Wirtschaftslage sei es "keine Selbstverständlichkeit", dass das Geld tatsächlich komme. Ursprünglich hatten die Unis auf zusätzliche 300 Mio. Euro pro Jahr zur Aufrechterhaltung ihres Betriebes gepocht. Geworden sind es nur 300 Mio. Unibudgeterhöhung für alle drei Jahre. Schmidinger betonte jedoch, dass den Unis auch Mittel aus dem 450 Mio. Euro schweren Strukturfonds zu Verfügung stünden. "Man darf diese Kategorien nicht so auseinanderdividieren."

Die Mittel aus dem Strukturfonds sollen als "Belohnung" etwa für die Steigerung der Zahl prüfungsaktiver Studenten oder Absolventen oder Kooperationen mit Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen oder Wirtschaft ausgeschüttet werden. Auch die Fachhochschulen (FH) wollen "jedenfalls Mittel aus dem Strukturfonds ansprechen", kündigte der Präsident der FH-Konferenz Helmut Holzinger an. Bereits fix ist, dass die FH zwischen 2013 und 2015 rund 40 Mio. Euro für den Ausbau ihrer Studienplätze bekommen, geplant ist eine Erhöhung um knapp zehn Prozent (bis zu 4.000 Plätze).

Zufrieden zeigten sich Töchterle, Schmidinger und der Sprecher der Senatsvorsitzenden, Helmut Fuchs, mit dem in den vergangenen Monaten erarbeiteten Hochschulplan. Er enthält die Leitlinien zur Koordinierung der Unis, FH und Privatunis und im Bereich Forschungsinfrastruktur, einen (laut Töchterle bereits fast fertigen) Bauleitplan für die Unis, in dem Prioritäten für Bauprojekte ausverhandelt wurden, sowie eine "kapazitätsorientierte studierendenbezogene Universitätsfinanzierung", wie die Studienplatzfinanzierung nunmehr auf Wunsch der SPÖ bezeichnet wird.

Die Studienplatzfinanzierung wurde von Töchterle, Schmidinger wie auch Fuchs als entscheidendes Element bezeichnet. Dabei werden den Studienplätzen Normkosten zugewiesen, wobei zwischen sieben verschiedenen Fächergruppen unterschieden wird. Ministerium und Unis haben bereits eine Optimalvariante, eine Minimalvariante und eine mit mittleren Werten erarbeitet. Voraussetzung dafür sind allerdings Zugangsregelungen, betonten Töchterle und Schmidinger. "Das hält überhaupt kein System aus", verwies er auf das derzeitige Ungleichgewicht von Mitteln der Unis und Zahl der Studenten.

Gerade hier ist allerdings mit schwierigen Verhandlungen mit SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl zu rechnen. Ohne eine Einigung über Zugangsregeln wäre der Hochschulplan zwar nicht Makulatur, aber "extrem geschwächt", warnte Töchterle. Denn dann müssten die Unis sich wie bisher mit "Hilfskonstruktionen" wie dem bereits in Massenfächern wie Psychologie angewandten "Notfallparagrafen" behelfen.

"Wir brauchen entweder viel mehr Geld oder weniger Studierende", betonte der Minister. Die endgültige Lösung werde "eine Mischvariante" sein, sich aber an bestehenden Kapazitäten orientieren. Das bedeute aber "keinesfalls, dass es weniger Studierende geben muss, nur eine andere Verteilung".

(APA/red, Bild APA)

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