20. Dezember 2011 - 14:09 | Thea
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und die Bildungssprecher Werner Amon, MBA (ÖVP) sowie Elmar Mayer (SPÖ) begrüßen Ministerratsbeschluss für die Neue Mittelschule.
Im letzten Ministerrat des Jahres wurde heute, Dienstag, mit der Übernahme der Neuen Mittelschule ins Regelschulwesen eines der wichtigsten Reformvorhaben im Jahr der Bildungsoffensive im Ministerrat beschlossen.
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied erklärt zu diesem wichtigen Schritt der Schulreform, dem weitere folgen werden: "Erstmals seit 50 Jahren wird mit der Neuen Mittelschule eine neuer Schultyp flächendeckend ins Regelschulwesen übernommen. Die Neue Mittelschule wird die Schülerinnen und Schüler je nach Interesse und Neigung, Begabung und Fähigkeit zum Besuch einer mittleren oder höheren Schule befähigen und sie auf das Berufsleben vorbereiten. In diese Reform werden unter anderem für die individuelle Förderung durch Team Teaching in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache im Vollausbau rund 230 Millionen Euro per Anno investiert."
"Die Kernpunkte des Reformprojekts, etwa ein Lehrplan, der in der Vertiefung dem der AHS entspricht, klare Berechtigungen beim Übertritt in eine höhere Schule und vor allem eine neue Lehr- und Lernkultur durch Individualisierung, sowie gezielte Förderung bei Schwächen und bei Stärken werden umgesetzt. Ebenso wird es jeder Schule möglich sein, autonom eigene Schwerpunkte zu setzen, für deren Entwicklung Lerndesigner zur Verfügung stehen. Aus dem Lehrer als Wissensvermittler wird der Lehrer als Lernbegleiter. Die Neue Mittelschule verbessert die Bildungs- und Berufschancen von mehr als 220.000 jungen Menschen, die bisher in Hauptschulen gingen. Auch AHS-Unterstufen sind eingeladen, sich an diesem zukunftsorientierten Modell zu beteiligen, in dem - allen modernen Erkenntnissen der Forschung entsprechend - eine Entscheidung über die weitere Bildungslaufbahn im Alter von 14 Jahren gezielt vorbereitet wird. Dazu schaffen wir knapp 4.000 neue Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer", erklärt Bildungsministerin Claudia Schmied.
"Mit der Umstellung aller Hauptschulen in Mittelschulen wird eine der größten bildungspolitischen Reformen der letzten 50 Jahre eingeleitet. Rund 1.160 Hauptschulstandorte mit rund 10.500 Klassen werden zu Mittelschulen weiterentwickelt, davon werden rund 220.000 Schülerinnen und Schüler profitieren und fast 30.000 Lehrerinnen und Lehrer betroffen sein. Über 200 Rechtsnormen müssen novelliert werden. Mit dieser Reform ist nun klar: Die Mittelschule kommt, das Gymnasium bleibt", betonte Amon. " Alle Hauptschulen werden bis zum Schuljahr 2018/19 vollständig in Neue Mittelschulen umgewandelt, die Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) bleibt in ihren bisherigen Ausprägungen - sowohl als Langform (acht Jahre) als auch als Oberstufenform (vier Jahre) - erhalten", erläuterte der ÖVP-Bildungssprecher.
Besonderes Augenmerk ist in den Verhandlungen auf die Form der Differenzierung, das Bildungsziel, den Lehrplan sowie die Berechtigungen gelegt worden. "Die Formen der Differenzierung sind im Gesetz taxativ aufgezählt. Am Schulstandort entscheiden Direktor und Klassenlehrer über die Form der Differenzierung, wobei die pädagogische Entscheidung, welche Fördermaßnahmen in den Klassen getroffen werden, der Klassenlehrer trifft", betonte Amon.
SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer erklärt, dass "es besonders wichtig ist, dass ein Modell für den Übertritt in mittlere und höhere Schulen entwickelt wurde, das bei leistungsstarken Schülerinnen und Schülern ein Abschlusszeugnis ermöglicht, das einem Abschlusszeugnis der AHS-Unterstufe gleichwertig ist. So können alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabungen und Neigungen in einem sehr flexiblen Beurteilungssystem optimal ihre Chancen nützen."
(Quelle: OTS / Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur)
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