15. Dezember 2011 - 17:15 | Thea
1.215 NiederösterreicherInnen können in den nächsten drei Jahren kostenlos Bildung nachholen
Der niederösterreichische Landtag beschließt heute, dass der Pflichtschulabschluss kostenlos nachgeholt werden kann. AKNÖ-Präsident Haneder spricht von einem "richtigen Schritt zu mehr Chancengleichheit".
Heute wird im niederösterreichischen Landtag eine wichtige Forderung der AKNÖ beschlossen: Pflichtschulabschlüsse können kostenlos nachgeholt werden. Auch Basisbildungskurse sollen österreichweit von Bund und Ländern gemeinsam finanziert werden. Eine mehr als notwendige Maßnahme: Eine(r) von zwanzig Jugendlichen verlässt die Pflichtschule ohne positiven Abschluss. Damit sinken die Chancen am Arbeitsmarkt und das Einkommen. "Viele Menschen entscheiden sich erst später im Leben dazu, einen Abschluss nachzuholen. Durch die Kostenfreiheit fällt damit besonders für einkommensschwache Menschen die finanzielle Belastung weg", zeigt sich AKNÖ-Präsident Hermann Haneder erfreut.
Ein weiteres Problem beim Nachholen von Bildungsabschlüssen, dass es zu wenige Kurse in Niederösterreich gibt. Durch die geplante Kostenübernahme durch Bund und Länder ist zu erwarten, dass dieses Angebot steigen wird. Das Land Niederösterreich rechnet mit 315 Personen, die den Pflichtschulabschluss in den nächsten drei Jahren nachholen wollen. Erfreut zeigt sich sich Haneder auch über einen zweiten Landtagsbeschluss heute. "Auch Kurse, wo man Basisbildung wie Schreiben, Lesen und Rechnen nachholen kann, sind demnächst kostenlos". Davon sollen 900 NiederösterreicherInnen profitieren.
"Kurse erwachsenengerecht machen"
Gleichzeitig müssten die Kurse erwachsenengerecht werden. "Es ist anachronistisch, wenn heute erwachsene Menschen, die im Beruf stehen, Fächer nachholen müssen, die 10 bis 14-Jährige in der Hauptschule haben. Es würde viel mehr Sinn machen, wie bei der Berufsreifeprüfung auch hier einen Praxisbezug herzustellen, anstatt Erwachsene mit unzähligen Nebenfächern aufzuhalten." Wichtig sei auch eine bessere soziale Absicherung all jener, die solche Kurse besuchen, "Ansonsten wird das für viele Betroffene in der Realität trotzdem nicht möglich sein."
(Quelle: OTS / AKNÖ-Bildungsexperte)
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