14. Dezember 2011 - 14:27 | Thea
Finanzierungssysteme greifen tief in das Wesen von Hochschulen ein
Bei der heutigen Pressekonferenz der ÖH wurde nicht nur die bisherigen Ergebnisse des Projekt FINST (Financing Students Future) präsentiert, sondern auch zur aktuellen Studiengebührendebatte Stellung bezogen.
"Kreditmodelle wie sie derzeit diskutiert werden, sind keineswegs sozial gerecht und kommen mit uns bestimmt nicht in Frage. Junge Menschen mit einen Schuldenberg ins Leben starten zu lassen ist absolut unverantwortlich", so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. "Auch beim viel zitierten Australischen Modell wird die individuelle Lebenssituation und der soziale Hintergrund von Studierenden nicht berücksichtigt und vor allem Frauen werden auf Grund ihrer Erwerbsbiographie häufig extrem benachteiligt."
"Wie die ersten Ergebnisse des Projekt FINST zeigen, greifen Finanzierungssysteme tief in das Wesen von Hochschulen ein. Systeme anderer Länder in den Himmel zu loben, ohne die vorherrschenden Rahmenbedingungen und mögliche Konsequenzen zu berücksichtigen ist absolut unseriös", so Tinja Zerzer vom Referat für internationale Angelegenheiten der ÖH.
"Der Arbeitsaustausch im Rahmen des Projekts war sehr aufschlussreich", so Minke Ramerswaal, Studierendenvertreterin aus den Niderlanden. "Die Effekte von Finanzierungsmodellen sind sehr komplex und interagieren mit vielen Variablen im sozialen, ökonomischen und politischen Gefüge der Staaten. Umso wichtiger ist es daher für die Studierenden Unionen in Europa, nicht nur Erfahrungen auszutauschen, sondern auch länderübergreifende, wissenschaftliche Projekte wie FINST durchzuführen."
Auch die Arbeitsgruppe Hochschulfinanzierung des Forum Hochschule kann von den Ergebnissen des Projekt FINST profitieren "Wir legen großen Wert darauf möglichst viele verschieden Perspektiven miteinzubeziehen und gestalten die Arbeitsgruppe bewusst offen", erklärte Patrick Pechmann von der Arbeitsgruppe Hochschulfinanzierung der ÖH. "Konkrete Ergebnisse, die über die heute präsentierte Grundstruktur hinausgehen, werden vermutlich Ende Jänner präsentiert."
(Quelle: OTS / Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH))
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