14. Dezember 2011 - 10:38 | Thea
Folgt Töchterle nach - Amtszeit des bisherigen Vizerektors dauert vier Jahre
Der bisherige Vizerektor und seit April als geschäftsführender Rektor
amtierende Tilmann Märk ist vom Universitätsrat am Dienstagnachmittag
einstimmig zum neuen Rektor der Universität Innsbruck gewählt worden.
"Es ist ein überwältigender Moment", erklärte der 1944 in Tirol geborene
Experimentalphysiker bei einer Pressekonferenz unmittelbar nach der
Entscheidung in Innsbruck. Eines seiner vorrangigsten Ziele sei es, die
Spitzenposition der Universität in Österreich und international zu
halten, sagte Märk, der damit die Nachfolge des als
Wissenschaftsminister nach Wien gewechselten Karlheinz Töchterle (V)
antritt. Seine Amtszeit dauert vier Jahre.
Zur Frage einer möglichen Wiederzusammenlegung
von Medizin-Universität und Leopold Franzens Universität meinte er, dass
eine solche Lösung zwar auch Nachteile mit sich bringe, aber vor allem
"positive Langzeitvorteile" haben könne. Die Medizin und die
naturwissenschaftlichen Fächer hätten sich einander in den vergangenen
zehn Jahren stark angenähert. Zudem wäre die Außenwirkung als Standort
im Falle einer Zusammenlegung größer. "Minister Töchterle hat zudem
bereits angekündigt, dass eine enge Kooperation im Hochschulplan durch
zusätzliche Mittel unterstützt würde", fügte Märk hinzu. Man habe nur
ein kurzes Zeitfenster, in der eine Vereinigung möglich sei. Diese
müsste daher rasch gemacht werden und zudem von "einer großen Mehrheit"
getragen sein.
"Readjustierung der Studien"
Eine der wichtigsten Aufgaben werde es sein, die
Finanzierung für die kommenden Jahre sicherzustellen. "Wir stehen vor
einer unsicheren Zukunft. Wenn sich wie befürchtet die finanzielle
Situation ab dem Jahr 2013 noch mal verschlechtert, wird es ganz
schwierig", meinte der designierte Rektor. Studiengebühren seien dabei
nur ein kleiner Teil eines weit größeren Problems. Er sei auf der einen
Seite gegen einen Numerus clausus, setze sich aber andererseits auch
dafür ein, dass optimale Studienbedingungen herrschen und die Studenten
in angemessener Zeit ihr Studium beenden können. "Das sind die beiden
Pfeiler, zwischen denen sich die Diskussion über Studiengebühren
bewegt", hielt sich Märk mit konkreten Aussagen zurück.
Zudem müsse es laut Märk zu einer "Readjustierung
der Studien" kommen. "Der Bologna-Prozess ist zu überdenken. Da wird es
zu Veränderungen kommen", erklärte der Wissenschafter. Derzeit habe man
ein zu sehr strukturiertes Studium und die Mobilität habe sich
verringert. "Das ist eine Struktur mit nicht mehr viel Freiheit. Wir
müssen zu einem Studium mit größerer Freiheit kommen", sagte Märk.
Wissenschaftsminister und Märk-Vorgänger Karlheinz
Töchterle (V) meinte in einer Aussendung, er sehe in Märk vor allem auch
einen "wichtigen Partner bei der Umsetzung des österreichischen
Hochschulplans." Tirols Landeshauptmann Günther Platter (V) merkte an,
dass Märk ein "Befürworter einer besseren Zusammenarbeit mit der
Medizinischen Universität Innsbruck" sei. "Eine Wiederzusammenlegung der
beiden Universitäten ist und bleibt mein erklärtes Ziel", sagte
Platter.
(APA / red, Bild APA)
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