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ÖH: Kritik an kreditfinanzierten Modellen

australisches Modell hat viele Schwächen

"Das von Kanzler Faymann vorgeschlagene Kreditmodell nach australischem Vorbild birgt zahlreiche Fallen. Gebühren richten sich nicht nach den Kosten des Studiums, sondern nach dem zu erwartenden Einkommen, Frauen werden benachteiligt, da sie in der Regel deutlich weniger als Männer verdienen und daher zu einer längerfristigen Rückzahlung gezwungen sind. AlleinerzieherInnen und Menschen mit Betreuungsspflichten sind massiv benachteiligt, da die Beitragshöhe eben nur vom erwartenden Einkommen abhängt und die Lebensumstände der Studierenden nicht berücksichtigt. Zweitstudien werden in derartigen Modellen oft nicht finanziert und sind weder von den meisten staatlichen Kreditgebern, noch von den privaten gewollt", erklärt Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH.

"Umfassende und freie Bildung ist in einem derartigen System kein Wert, da er sich nicht unmittelbar mit Geld bemessen lässt. Auslandsstudien oder Studien wie z.B. Geisteswissenschaften werden als Risiko betrachtet", so Janine Wulz. "Das Maß aller Dinge ist einerseits die "Mindeststudienzeit", andererseits die ökonomische Verwertbarkeit des Studiums und nicht die Bildung an sich, das kann doch nicht das Ziel eines Hochschulsystems sein!"

"Studienbeiträge und insbesondere auch Studienkredite sind eine Umverteilung von unten nach oben. Bei vielen Rüchzahlungsmodellen, wie auch dem australischen Modell, bleiben Zinsen erspart, wenn man den Schuldenberg auf einmal zurückzahlen kann und nicht erst nach und nach, insbesondere wird eine sofortige Zahlung des Studiums bevorzugt. Ein solches System privilegiert eindeutig Menschen mit größerem Budget. Der sozial tatsächlich abgefederte Gegenvorschlag lautet: eine wirkliche progressive Einkommenssteuer, Vermögensbesteuerung sowie höhere Beihilfen! Die Regierung darf sich nicht durch die Hintertür aus der Verantwortung stehlen - es ist ihre Aufgabe sich um die ausreichende, öffentliche Finanzierung eines öffentlichen Gutes zu kümmern", so Martin Schott vom ÖH Vorsitzteam abschließend.

(Quelle: OTS / Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH))

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