12. Dezember 2011 - 18:41 | Thea
Modelle wie das Australische führen zu weiterer Verschärfung sozialer Ungerechtigkeiten
"Kreditmodelle wie das australische Modell benachteiligen immer jene Studierende, deren Eltern keine ausreichende Finanzierung zur Verfügung stellen können und daher auf einen Kredit angewiesen sind. Nur die Studierenden, deren Eltern nicht ausreichend verdienen würden durch den Kredit mit einem enormen Schuldenberg ins Berufsleben starten. Das ist nicht nur ungerecht sondern stellt eine enorme Hürde beim Zugang zur Hochschule dar und wird noch mehr Menschen aus niedrigeren Einkommensschichten vom Studium abhalten", erklärt Müller weiter.
"Frauen verdienen strukturell weniger als Männer. Hochrechnungen des australischen Modells haben für eine Verschuldung von 15.000 EUR ergeben, dass Frauen im Durchschnitt 51 Jahre (Männer 17 Jahre) zur Rückzahlung eines solchen Kredits gezwungen wären. Eine derartige finanzielle Belastung und die Aufnahme eines solchen Risikos von jungen Menschen zu erwarten ist absolut grotesk", stellt Müller abschließend fest.
"Studiengebühren sind in jeder Form abzulehnen. Egal ob nachgelagert durch eine Steuer oder durch die Rückzahlung eines Kredits. Die katastrophale Situation des tertiären Sektors wurde durch das Kaputtsparen in den letzten zehn Jahren verursacht. Die Politik muss dafür endlich Verantwortung übernehmen und genügend Budgetmittel zur Verfügung stellen. Die Verantwortung für die Finanzierung von Bildung auf Private abzuschieben ist völlig unverantwortlich und in keinster Weise sozial gerecht", so Mirijam Müller, Bundesvorsitzende des Verband sozialistischer Student_innen (VSStÖ).
(Quelle: OTS / Verband sozialistischer Student_innen (VSStÖ))
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