12. Dezember 2011 - 17:42 | Thea
Jugendliche ohne Berufsausbildung bekommen konjunkturelle Einbrüche besonders früh und besonders hart zu spüren. Alleine in Oberösterreich sind 12.000 Jugendliche besonders gefährdet. Angesichts der aktuellen Wirtschaftsaussichten sind weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Beschäftigungschancen junger Menschen dringend notwendig. Die AK fordert die Schaffung einer Jugend-Ausbildungsgesellschaft.
Laut einer Auswertung der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung verfügen 13,8 Prozent bzw. rund 12.000 Jugendliche im Alter zwischen 20 und 24 Jahren in Oberösterreich nur über eine geringe Bildung. Für sie besteht ein erhöhtes Risiko der (Langzeit-) Arbeitslosigkeit, der sozialen Unsicherheit und schlechter Einkommenschancen.
Einen besonders schweren Zugang zum österreichischen (Aus-) Bildungs- und Erwerbssystem haben Jugendliche mit Migrationshintergrund. Fast jede/r dritte Jugendliche (31,3 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2010) der ersten Zuwanderergeneration im Alter zwischen 20 und 24 Jahren verfügt über eine geringe Bildung und somit über keine Berufsausbildung. Bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund beträgt der Anteil rund elf Prozent.
Insbesondere Jugendliche stehen vermehrt unter dem Druck, auf die ständig steigenden Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen schnell zu reagieren und sich anzupassen. "Wer den Anschluss verliert und die fehlenden Qualifikationen nicht erbringen kann, hat vermehrt Probleme beim Übertritt von der Schule in den Beruf", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Umso erstaunlicher mutet es an, wenn viele Betriebe den demografischen Wandel und einen Fachkräftemangel beklagen. "Sinnvoll wäre es, wenn sie den Jugendlichen Unterstützungen anbieten und die brachliegenden Potenziale aktivieren würden", so Kalliauer. Ein koordiniertes Vorgehen für die Jugendlichen findet in Oberösterreich nicht statt.
An den finanziellen Mittel liegt es offensichtlich nicht. Im Jahr 2010 wurden in Oberösterreich für Maßnahmen und Förderungen für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren rund 92 Millionen Euro ausgegeben. "Dennoch hat sich die Ausbildungssituation nicht verbessert", kritisiert der AK-Präsident die mangelnde Wirksamkeit der Förderungen. Er fordert eine bessere Koordination der Maßnahmen und schlägt zum wiederholten Male die Einrichtung einer Jugend-Ausbildungsgesellschaft vor. Diese könnte flächendeckend für ganz Oberösterreich alle Aktivitäten zur Berufsausbildung koordinieren und strategisch umsetzen. Bislang scheiterte es an der ablehnenden Haltung von dem Land OÖ und der Wirtschaftskammer OÖ.
(Quelle: OTS / Arbeiterkammer Oberösterreich)
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