Studium.at

Unis: SPÖ beharrt trotz Einigung zwischen BMWF, uniko und ÖH auf verpflichtende Studienberatung

Die SPÖ besteht weiter auf die Einführung einer verpflichtenden Studienberatung. Wie Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz betonte, sei diese für die SPÖ "sehr wichtig", immerhin würde sich Jahr für Jahr ein hoher Prozentsatz der Studienanfänger für nur zehn Prozent der angebotenen Studien entscheiden. Die Ansage Schmieds kommt drei Wochen nach der Einigung zwischen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V), Universitätenkonferenz (uniko) und Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), von der Verpflichtung abzusehen.

Ursprünglich war geplant, dass ab dem Wintersemester 2012/13 nur noch jene ein Studium beginnen dürfen, die vorher eine verpflichtende Studienberatung in Anspruch genommen und ein Motivationsschreiben verfasst haben. Schüler sollten im Maturajahr im Idealfall von einem entsprechend geschulten Lehrer, alle anderen bei Beratungseinrichtungen informiert werden.

Laut Schmied soll an diesem Plan nicht gerüttelt werden, sie erwartet in den nächsten Tagen einen Entwurf zur Neuregelung mit vorverlegter Inskriptionsfrist und erwartet, dass darin auch die verpflichtende Studienberatung enthalten ist. Bezüglich der dazu nötigen Ressourcen geht sie davon aus, "dass man die Studierendenberatung, wenn man sie leisten will, auch leisten kann". Das Wissenschaftsministerium verweist am Dienstag gegenüber der APA auf die laufenden Gespräche mit der SPÖ und darauf, dass sich uniko und ÖH geschlossen für eine Abschaffung der Verpflichtung ausgesprochen hatten.

Rektoren und ÖH gegen verpflichtende Beratung

Der im September eingebrachte Verordnungswurf des Ministeriums, der noch eine verpflichtende Studienberatung vorgesehen hat, war von den Rektoren "vehement" abgelehnt worden. Kritik kam u.a. am "hohen administrativen Aufwand und Formalismus" sowie vonseiten der ÖH an der Verpflichtung auf. Mit dem Wissenschaftsministerium wurde schließlich ein Ausbau der Studienberatung und eine Abschaffung der Verpflichtung vereinbart.

Daran will die ÖH auch festhalten. "Junge Menschen sollen sich aus Interesse beraten lassen, nicht aus Zwang", betont ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter Studierender, Fest) am Dienstag in einer Aussendung. "Wichtiger ist, dass das Beratungsangebot auf mehreren Ebenen breit ausgebaut wird, sodass es alle potenziellen Studentinnen und Studenten erreicht." Die ÖH arbeite gerade an einer Verdoppelung des derzeitigen Angebots.

(APA/red, Bild APA)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Login | Join | Passwort?