6. Dezember 2011 - 15:59 | Thea

Die SPÖ besteht weiter auf die Einführung einer verpflichtenden
Studienberatung. Wie Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) am
Dienstag am Rande einer Pressekonferenz betonte, sei diese für die SPÖ
"sehr wichtig", immerhin würde sich Jahr für Jahr ein hoher Prozentsatz
der Studienanfänger für nur zehn Prozent der angebotenen Studien
entscheiden. Die Ansage Schmieds kommt drei Wochen nach der Einigung
zwischen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V),
Universitätenkonferenz (uniko) und Österreichische
HochschülerInnenschaft (ÖH), von der Verpflichtung abzusehen.
Ursprünglich war geplant, dass ab dem
Wintersemester 2012/13 nur noch jene ein Studium beginnen dürfen, die
vorher eine verpflichtende Studienberatung in Anspruch genommen und ein
Motivationsschreiben verfasst haben. Schüler sollten im Maturajahr im
Idealfall von einem entsprechend geschulten Lehrer, alle anderen bei
Beratungseinrichtungen informiert werden.
Laut Schmied soll an diesem Plan nicht gerüttelt
werden, sie erwartet in den nächsten Tagen einen Entwurf zur Neuregelung
mit vorverlegter Inskriptionsfrist und erwartet, dass darin auch die
verpflichtende Studienberatung enthalten ist. Bezüglich der dazu nötigen
Ressourcen geht sie davon aus, "dass man die Studierendenberatung, wenn
man sie leisten will, auch leisten kann". Das Wissenschaftsministerium
verweist am Dienstag gegenüber der APA auf die laufenden Gespräche mit
der SPÖ und darauf, dass sich uniko und ÖH geschlossen für eine
Abschaffung der Verpflichtung ausgesprochen hatten.
Rektoren und ÖH gegen verpflichtende Beratung
Der im September eingebrachte Verordnungswurf des
Ministeriums, der noch eine verpflichtende Studienberatung vorgesehen
hat, war von den Rektoren "vehement" abgelehnt worden. Kritik kam u.a.
am "hohen administrativen Aufwand und Formalismus" sowie vonseiten der
ÖH an der Verpflichtung auf. Mit dem Wissenschaftsministerium wurde
schließlich ein Ausbau der Studienberatung und eine Abschaffung der
Verpflichtung vereinbart.
Daran will die ÖH auch festhalten. "Junge Menschen
sollen sich aus Interesse beraten lassen, nicht aus Zwang", betont
ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter Studierender,
Fest) am Dienstag in einer Aussendung. "Wichtiger ist, dass das
Beratungsangebot auf mehreren Ebenen breit ausgebaut wird, sodass es
alle potenziellen Studentinnen und Studenten erreicht." Die ÖH arbeite
gerade an einer Verdoppelung des derzeitigen Angebots.
(APA/red, Bild APA)
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