6. Dezember 2011 - 13:46 | Thea
Weiderbauer/Walser: Kurskorrektur auf Landes- und Bundesebene gefordert!
SP-Schmied bringt 2008/2009 das Modell der Neuen Mittelschule (= gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen) ins Spiel und die ÖVP Niederösterreich antwortete prompt mit einem eigenen NÖ Schulmodell (=gemeinsame Schule der 10- bis 12-Jährigen), das 2012 von der NÖ Mittelschule (=gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen) abgelöst wird und alle Hauptschulen in Niederösterreich sukzessive ersetzen soll, während im restlichen Österreich die Neue Mittelschule verankert wird. Verwirrt? "Dann geht es Ihnen genauso wie den LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen in Niederösterreich", bringt der Bildungssprecher der Grünen im NÖ Landtag das (Bildungs-)Problem auf den Punkt.
Weil die ÖVP Niederösterreich Vorgaben der Bundesregierung nicht duldet - und SPÖ-Vorgaben schon gar nicht -, hat sie das SPÖ-Modell kopiert und NÖ Mittelschule genannt. Damit wird suggeriert und propagiert, dass Niederösterreich ein eigenes - besseres - Schuldmodell hat, als es der Bund ausgearbeitet hat. Das ist schlichtweg falsch und im Sinne einer einheitlichen Bildungsreform ist die Vorgehensweise der ÖVP Niederösterreich präpotent und kontraproduktiv", so die Grünen. Für die Grünen ist klar: "Es braucht keine NÖ Mittelschule neben der Neuen Mittelschule. Bildung ist zum Spielball zwischen ÖVP und SPÖ, Spielball zwischen Bund und Land NÖ verkommen", verdeutlich Emmerich Weiderbauer und fordert von der NÖ Landesregierung eine Kurskorrektur in Sachen Bildungsreform. "Es geht nicht um parteipolitische Eitelkeiten, sondern um die Bildung unserer Kinder", setzt Weiderbauer noch nach. Eine Kurskorrektur braucht es aber auch auf Bundesebene: Für die Grünen Bildungssprecher ist die Mittelschule - heißt sie jetzt "Neue Mittelschule" oder "NÖ Mittelschule" nämlich reiner "Etikettenschwindel": "Der Gesetzesentwurf zur Einführung der Neuen Mittelschule an Stelle der Hauptschulen weicht stark vom ursprünglichen Konzept ab. So ist die ursprünglich versprochene Durchlässigkeit in höhere Schulen nicht mehr gegeben. Die SchülerInnen werden wieder wie in der bildungspolitischen Steinzeit anhand ihrer Volksschulnoten in einen 'A- und B-Zug' eingeteilt. Selbst der ursprünglich versprochene Unterricht durch AHS- und BHS-LehrerInnen wurde gestrichen. Was bleibt, ist eine Hauptschule mit etwas mehr Ressourcen. ", so der Bildungssprecher der Grünen im Parlament, Dr. Harald Walser. Beide Modelle wurden bisher nicht evaluiert: "SPÖ und ÖVP behaupten lediglich, dass sich ihr jeweiliges Modell bewährt hat. Belegen lässt sich das weder für die Neue Mittelschule, noch für die NÖ Mittelschule", so die Grünen. Die Konsequenz? Die Grünen Bildungssprecher vermuten nun, dass Eltern sich ab 2012 lieber für das bewährte Modell des Gymnasiums, das parallel zur Mittelschule bestehen bleibt, entscheiden: "Als Elternteil eines 10-Jährigen Kindes das die beste Ausbildung bekommen soll, schicke ich mein Kind lieber in eine Schule, wo Lehrplan, Aufstiegsmöglichkeiten, Ressourcen klar gegeben sind. Angesichts der allgemeinen Verunsicherung durch 2 neue - angeblich unterschiedliche - Schulmodelle, gibt ein bewährtes System Sicherheit, die richtige Entscheidung für das Kind zu treffen", so Weiderbauer. Die Neue Mittelschule hätte ein erster Schritt in Richtung Bildungsreform sein können: "SP-Schmied und die ÖVP Niederösterreich führen die Reformschritte allerdings ad absurdum", so die Grünen Bildungssprecher Walser und Weiderbauer. Mit dem Modell der Grünen Schule wäre das Problem obsolet: "Eine gemeinsame Schule der 6 bis 14-Jährigen vereint Volksschule, Förderstunden für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Hauptschule und Gymnasium. Die Kinder erhalten individuelle Ausbildung und Betreuung auf höchstem Niveau, sodass sie mit 14 Jahren selbst entscheiden können, ob sie weiter die Schule besuchen oder ins Berufsleben einsteigen wollen. Abgesehen davon würde die Grüne Schule dem Staat um einiges weniger Geld kosten", erklären die Grünen Bildungssprecher Harald Walser und Emmerich Weiderbauer abschließend.
(Quelle: OTS / Grüner Klub im NÖ Landtag)
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