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Leitl zu aktuellen Lehrlingszahlen: Künftiger Mangel an Lehrlingen zeichnet sich bereits ab

Novemberstatistik zeigt alarmierende Tendenzen

Die aktuellen Lehrlingsstatistiken für November 2011 zeigen: Der demografische Wandel macht sich bereits bemerkbar, die Zahl der Jugendlichen, die in Lehrausbildung gehen, ist leicht rückläufig. Die Zahl der Lehrlinge sank im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3% auf 128.419.

"Besonders der Blick auf die Lehrlinge im ersten Lehrjahr zeigt, dass wir bereits auf einen Fachkräfte-Engpass zusteuern", betont WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Insgesamt gab es im November mit 39.583 um 0,8% weniger Lehrlinge im ersten Lehrjahr als vor einem Jahr. Während überbetriebliche und nichtkammer-organisierte Ausbildungsstätten um rund 1250 Lehrlinge weniger aufgenommen haben, legte die Zahl der Lehrlinge im ersten Jahr in Ausbildungsbetrieben noch leicht um 1,9% zu. Leitl: "Diese aktuellen Zahlen zeigen, dass viele heimische Betriebe ihre Verantwortung in der Ausbildung nach besten Möglichkeiten wahrnehmen. Gleichzeitig führt uns die Statistik aber auch deutlich vor Augen, dass wir Gefahr laufen, viele Stellen mittelfristig nicht mehr besetzen zu können. Das gefährdet das Wirtschaftswachstum, denn schließlich ist eine ausreichende Zahl an hoch qualifizierten Fachkräften einer der wichtigsten Standortfaktoren für die Wirtschaft. Wir dürfen diese Alarmzeichen nicht überhören!"

Die Wirtschaft werde daher nicht müde, auf eine umfassende Bildungsreform zu drängen, damit die Lehrlingsausbildung für Jugendliche und Unternehmen attraktiv bleibt. Dazu gehört eine umfassende Reform der Pflichtschule ebenso wie eine fundierte, möglichst frühe Bildungs- und Berufsorientierung, so der WKÖ-Präsident. Die Wirtschaftskammer hat ein umfassendes Konzept ausgearbeitet, mit dem es gelingen kann, auf den demografischen Wandel zu reagieren, die duale Ausbildung zu sichern und die Potenziale jugendlicher Menschen bestmöglich zu nutzen.

Der Arbeitsmarkt für Jugendliche ist in Österreich im europäischen Vergleich nach wie vor überdurchschnittlich gut. Die Jugendarbeitslosenquote lag in der gesamten EU zuletzt bei 22,0 Prozent und im Euroraum bei 21,4 Prozent. In Österreich lag die Quote dagegen "nur" bei 9,1 Prozent. Im November nahm die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen in Österreich auf 3.341 (+1,4 Prozent) leicht zu. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ging um 10,4 Prozent auf 5.088 zurück.

(Quelle: OTS / Wirtschaftskammer Österreich)

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