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Nikolaus bald arbeitslos? Heiliger Nikolaus in der Identitätskrise

Job-Description wandelt sich in Richtung "netter alter Mann, der Geschenke bringt"

Der heilige Nikolaus hat es nicht leicht: Von manchen wird er mit dem Weihnachtsmann verwechselt, sein treuer Geselle Krampus wurde aufgrund seines ungestümen Wesens fristlos entlassen, er selbst darf nicht mehr loben und schon gar nicht tadeln und in manchen städtischen Kindergärten wurde er gar völlig wegrationalisiert. Wer weiß, wie lange ihm noch seine treuesten Fans, die Buben und Mädchen, die Stange halten, wenn Ernährungsexperten empfehlen, die Süßigkeiten komplett durch Obst und Nüsse zu ersetzen.

Dabei waren Nikolo und Krampus ein Dream-Team, das die Methode "guter Cop - böser Cop" in Perfektion beherrschte und genau wusste, wie man verstockte Delinquenten wieder auf den rechten Weg bringen konnte. Knecht Ruprecht ist schon lange Geschichte und bei der Katholischen Jungschar meint man schon seit Jahren, dass das Ermahnen die Aufgabe der Eltern ist, die nicht an den Nikolaus delegiert werden sollte. Eine per se Angst einflößende Respektsperson, die praktisch alles über das Kind weiß, könnte in diesem Ohnmachtsgefühle auslösen.

Laut Prof. Helmut Eberhart vom Institut für Volkskunde an der Grazer Universität muss sich der Nikolaus aber keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, auch wenn sich seine Job-Description von der moralischen Komponente weiter - Motto "Brauch ohne Glaube" - in Richtung "netter alter Mann, der Geschenke bringt" wandeln wird. Je stärker die Globalisierung in unserer schnelllebigen Welt voranschreitet, desto größer würde das Verlangen der Menschen nach Fixpunkten im Jahreslauf sowie Ritualen.

Lebenslanges Lernen ist trotz fehlender wirklicher Aufgaben Pflicht für den guten Mann mit Bischofsmütze und Rauschebart. Die Katholische Jungschar bietet entsprechende Unterweisung in ihren Nikolausschulen. Wer diese absolviert hat, kann gemeinsam mit den Buben und Mädchen singen, Geschichten über die Taten des Heiligen erzählen, sich Gedichte der Kleinen anhören und Geschenke verteilen. Und schließlich gibt es noch die hohe Weihe: Wie reagiert man auf Kinder, die das Schauspiel durchschauen und den armen Nikolo in eine weitere Existenzkrise stürzen?

(APA/red)

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