1. Dezember 2011 - 13:40 | Thea
Landwirtschaftministerium, VetMedUni und Boku gründen Verein für landwirtschaftliche Forschung - Gerzabek: "Benötigen kritische Größen"
Unter dem Titel "BIOS Science Austria" haben sich die wichtigsten
österreichischen Institutionen im Bereich Agrarforschung
zusammengeschlossen. Der neue Verein wurde am Donnerstag nach
eineinhalbjähriger Vorbereitungszeit u.a. von Landwirtschaftsminister
Nikolaus Berlakovich (V) in Wien präsentiert. Die Partner erhoffen sich
durch die Zusammenarbeit bessere Rahmenbedingungen für Forschung, Lehre,
für die Nutzung von Forschungsinfrastruktur und bei der Einwerbung von
Drittmitteln.
An "BIOS Science Austria" sind das
Landwirtschaftsministerium und seine nachgeordneten Einrichtungen, die
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und das
Umweltbundesamt, sowie die Universitäten für Bodenkultur (Boku) und
Veterinärmedizin (VetMedUni Vienna) beteiligt. Damit seien in der
Plattform nun nahezu 100 Prozent der heimischen Agrarforschung
vereinigt, betonte Berlakovich.
Angesichts des Klimawandels stehe die
landwirtschaftliche Forschung vor der großen Herausforderung, die
Nahrungsmittelversorgung für die weltweit wachsende Bevölkerung
sicherzustellen, waren sich die Vertreter der beteiligten Institutionen
einig. "Die Herausforderungen auf dem wissenschaftliche Sektor sind
gewaltig", wie Martin Gerzabek, Rektor der Boku, ausführte. Es brauche
daher "kritische Größen", um diese Themen adäquat behandeln zu können.
Deshalb sei es wichtig, auch den außeruniversitären Sektor
miteinzubeziehen.
"Berührungsängste abbauen"
Dies soll auch zu besseren Verbindungen zwischen der
Grundlagenforschung und den angewandten Lebenswissenschaften führen. So
gelte es in Zukunft beispielsweise darum, die agrarischen
Versuchsflächen des Ministeriums verstärkt gemeinsam zu nützen, so
Gerzabek.
Für die Rektorin der VetMedUni, Sonja Hammerschmid,
ging es in dem Gründungsprozess auch darum, "Berührungsängste
abzubauen". Sie erhofft sich, gemeinsam auch bei der Einwerbung von
Drittmitteln erfolgreicher zu sein. Interessant sei dies deshalb, da für
Forschung zur Versorgungssicherheit unter möglichst sparsamen Einsatz
von Ressourcen in Zukunft viele Fördermittel vergeben werden.
Als konkretes Beispiel für die gemeinsame Nutzung
bereits vorhandener Infrastruktur nannte die Rektorin die vier Gutshöfe
der VetMedUni. Deren Kapazitäten könnten durch die Kooperation besser
genützt werden. "Es muss ja nicht jeder seinen eigenen Stall bauen", so
Hammerschmid.
(APA/red, Bild APA/OTS(AIT/krischanz.zeiler))
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