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Uni Graz: Erinnerungen und Briefe von Hammer-Purgstall

Aus dem im Landesarchiv befindlichen Nachlass des Orientalisten - Dreibändige Online-Edition kostenlos abrufbar

Der Diplomat Joseph Hammer-Purgstall (1774 - 1856) gilt als einer der österreichischen Pioniere der Orientalistik. Er ist vor allem als Erschließer der mittelalterlichen morgenländischen Literatur für das Abendland bekannt und hat auch Goethe zu seinem "West-Östlichen Diwan" angeregt. Seine zu Papier gebrachten Erinnerungen und Briefe hat die Universität Graz nun online veröffentlicht und kostenlos zugänglich gemacht.

"Hammer-Purgstall ist eine der zentralen Figuren im Übergang von der alten, theologisch fundierten Orientalistik zu einer neuen, systematisch-wissenschaftlichen Orientalistik", so der Grazer Wissenschaftshistoriker Walter Höflechner. Er verantwortet gemeinsam mit Alexandra Wagner vom Zentrum für Wissenschaftsgeschichte der Universität Graz als Herausgeber die Online-Edition der Dokumente, die bis zur Übernahme durch das Steiermärkische Landesarchiv (2002) in dessen oststeirischen Wohnsitz Schloss Hainfeld lagerten. Gleichzeitig verkehrte Hammer-Purgstall als Gesandtschaftssekretär in Konstantinopel und später als Hofdolmetscher in der Staatskanzlei in Wien in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen. Daneben setzte er sich für die Gründung der Akademie der Wissenschaften in Wien ein und war 1847 bis 1849 ihr erster Präsident.

Die 2.250 Seiten starke, dreibändige Edition beinhaltet ein umfangreiches Exzerpt aus den "Erinnerungen aus meinem Leben", in denen der Orientalist im hohen Alter Rückschau hält. Band 2 umfasst die Korrespondenz zwischen 1790 bis Ende 1819. Die kommentierte Edition der Briefe soll sukzessive erweitert werden. Das bisherige Werk ist online kostenlos abrufbar, jedoch - da in ständiger Veränderung begriffen - nicht im Buchhandel erhältlich. So vereint zurzeit Band 3 bereits umfangreiche Begleitmaterialien, demnächst soll auch aber die Urschrift der Erinnerungen Aufnahme finden.

Die Korrespondenz mit Hunderten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland sei "eine hervorragende Quelle für die Entwicklung geisteswissenschaftlicher Arbeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie für die Einbindung dieses Österreichers in die internationale Gelehrtengesellschaft", betont Höflechner. Darüber hinaus spiegle sie, wie die Erinnerungen auch, seine gesellschaftliche und politische Haltung wider. Beides zähle ausseiner Sicht "zu den bedeutendsten Quellen des österreichischen Vormärz".

(APA / red)

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