25. November 2011 - 15:55 | Thea
Österreich fordert Agentur zur Überprüfung von Sportwetten - Bildungsminister beschäftigen sich mit Lebenslangem Lernen - Kulturminister mit digitaler Bibliothek und Kultur-Erbesiegel
Die EU-Sportminister werden am Dienstag das Thema Spielabsprachen und Wettbetrug diskutieren. Österreich hat zur Bekämpfung von Spielabsprachen die Schaffung einer Internationalen Agentur zur Überprüfung von Wetten gefordert, und auch stärkeres Monitoring und strafrechtliche Regelungen angeregt. Der "ambitiös formulierte Erstentwurf der Präsidentschaft" sei abgeschwächt worden, hieß es aus EU-Ratskreisen. Österreich ist beim zweitägigen Bildungs-, Kultur-, Jugend- und Sportministerrat in Brüssel mit Bildungs- und Kulturministerin Claudia Schmied (S), Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) und Sportminister Norbert Darabos (S) vertreten.
Die EU-Bildungsminister werden am Montag in Brüssel Empfehlungen in den Bereichen Sprachenkompetenz, Hochschul-Modernisierung und Lebenslangem Lernen beschließen. Außerdem werden Benchmarks für Lern-Mobilität festgelegt. Die EU-Bildungsminister wollen lebenslanges Lernen der Menschen in der Europäischen Union verstärken. Ziel der EU ist es, die Beteiligung der 25- bis 64-Jährigen an Weiterbildungsmaßnahmen auf 15 Prozent bis 2020 zu bringen. In Österreich waren es rund 13 Prozent im Vorjahr. Vorreiter in der EU ist Dänemark mit rund 30 Prozent.
Im Rahmen der Modernisierung des Hochschulsektors ist ein Multi-Ranking der europäischen Universitäten geplant. Ab 2013 startet die Pilotphase um Studienrichtungen europaweit zu vergleichen. Man will mit diesem Ranking ein Gegenmodell zu dem eher forschungszentrierten Shanghai- und THE-Ranking schaffen. Die EU-Kommission will eine Start-up-Finanzierung garantieren, aber die langfristige Finanzierung aus Unabhängigkeitsgründen nicht übernehmen. Im Jugendbereich wird eine Ausweitung der Jugendaustauschprogramme mit den östlichen EU-Nachbarstaaten beschlossen.
Die Kulturminister werden eine Empfehlung zur kulturellen und kreativen Wettbewerbsfähigkeit verabschieden. Etwa sollen Partnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen stärker gefördert werden. Eine Debatte wird es zur Weiterentwicklung der Kulturstatistik geben, um den Einfluss des Kulturbereichs auf das Wirtschaftswachstum besser zu messen. Außerdem beschäftigen sich die Kulturminister mit dem Ausbau der digitalen Bibliothek Europeana, ein Art europäisches Gegenprojekt zu Google Books. Derzeit sind rund 20 Millionen Objekte digitalisiert, bis 2020 sollen es rund 30 Millionen Objekte sein. In Österreich wurden bis dato 282.000 Objekte digitalisiert und bis 2020 will man rund 600.000 erreichen. Außerdem wird über das Europäische Kultur-Erbesiegel beraten. Ab 2015 soll Orten, die in der Geschichte und beim Aufbau der Europäischen Union eine wesentliche Rolle gespielt haben, ein Siegel verliehen werden.
(APA/red)
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