25. November 2011 - 13:40 | Thea
Die aktuelle Studie der Arbeiterkammer über die Zusammenhänge zwischen sozialer Lage und Bildungsweg bestätigt die langjährigen Warnungen der Österreichischen Kinderfreunde
"Die Daten sind eindeutig: Unser Bildungssystem sortiert sozial schwache Kinder und Jugendliche aus", so LAbg. Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. "Der Anteil von Kindern aus sozial schwächeren Familien sinkt, je höher der Abschluss der jeweiligen Schule ist", so Wutzlhofer weiter. Während in der vierten Klasse Volksschule noch ein Viertel der Kinder in Haushalten mit Einkommen unter 1.500 Euro lebt, sind es in der vierten Klasse AHS nur noch 13 %.
Damit sehen sich die Kinderfreunde in ihren Analysen bestätigt: "Wir fordern seit vielen Jahren die gemeinsame Schule aller 10 bis 14-Jährigen, weil uns klar ist, dass die Selektion in unserem Bildungssystem nicht nach Leistung, sondern vorrangig nach dem Einkommen der Eltern getroffen wird", erklärt Wutzlhofer. Damit zeige sich deutlich, dass das System von AHS und Hauptschulen antiquiert ist und nicht die Effekte erzielen kann, die von den Schülerinnen und Schülern dringend benötigt werden. "Anstatt die sozialen Unterschiede auszugleichen und allen Schülern die gleichen Chancen zu geben, verstärkt das momentane System nur die Kluft zwischen arm und reich", so Wutzlhofer.
Besonders seien von diesem Effekt Familien mit Migrationshintergrund betroffen: "Durch die geringen Einkommen vieler migrantischer Familien wird der soziale Status durch unser System vererbt und ein Aufstieg ist für viele Kinder und Jugendliche überhaupt nicht möglich", so Wutzlhofer. Integration sei vor allem eine Bildungsfrage und in diesem Sinne müsse es der gesamten Gesellschaft ein Anliegen zu sein, schon im Bildungssystem Chancengerechtigkeit bieten zu können. "Es ist dringend an der Zeit, dass die Blockierer endlich ihren Widerstand aufgeben und wir die Weichen zu einem hochwertigen und gerechten Bildungssystem stellen mit individueller Förderung für alle Kinder statt sozialer Auslese und vererbten Bildungskarrieren", so Wutzlhofer abschließend.
(Quelle: OTS / Österreichischen Kinderfreunde)
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