Studium.at

MedUni Wien: im Gehirn von Föten gibt es neuronale Netzwerke

Wissenschaftern der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) haben erstmals nachgewiesen, dass es schon im Gehirn von Föten neuronale Netzwerke gibt. Vom Säugling bis zum Senioren sind solche Netzwerke für verschiedenste Aufgaben zuständig, etwa für Sensomotorik, Kurzzeitgedächtnis, Sehen, etc. Unklar war bisher, ob auch im Gehirn von Ungeborenen verschiedene Regionen in einer gerichteten Funktion zusammenarbeiten. Den Wiener Medizinern ist nun dieser Nachweis mit Hilfe funktioneller Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) gelungen.

Im Gehirn jedes Menschen, gleich welchen Alters, sind sogenannte Ruhenetzwerke ("Resting-State-Netzwerke") aktiv, ganz gleich ob man arbeitet, schläft oder anästhesiert am OP-Tisch liegt, wie Studienleiterin Veronika Schöpf im Gespräch mit der APA erklärte. Es handle sich praktisch um Autobahnen zwischen verschiedenen Hirnregionen, entlang derer die Neuronen feuern.

Diese Netzwerke verändern sich ganz charakteristisch im Laufe des Lebens, und auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Die Wissenschafter wollten in ihrer Studie untersuchen, ob es solche Netzwerke auch schon im Ungeborenen gibt.

Entwicklungsfortschritt von Hirnaktivität darstellbar

In der Studie an der klinischen Abteilung für Neuroradiologie und muskoskeletale Radiologie der MedUni Wien wurden 16 Feten zwischen der 20. und 36. Schwangerschaftswoche mittels fMRT untersucht. "Wir konnten dabei erstmals zeigen, dass sich solche Netzwerke schon in utero bilden und diese mit Hilfe von funktioneller Bildgebung nachgewiesen und dargestellt werden können", so Schöpf.

Damit das gelingen konnte, habe es "sehr viel Auswertetechnik bedurft, da steht sehr viel Mathematik dahinter", so Schöpf, die darauf verweist, dass das von Daniela Prayer geleitete Zentrum für pränatale MRT an der MedUni Wien "weltweit führend in der fötalen Bildgebung" sei.

In Zukunft soll dies ermöglichen, pathologische Veränderungen in der Entwicklung des Gehirns schon frühzeitig zu erkennen. So könnten etwa funktionelle Störungen etwa der Sehbahnen oder der Motorik bereits im Mutterleib erkannt werden.

(APA / red, Bild APA/EFE)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Login | Join | Passwort?