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EU will ab 2014 doppelt so viele Studenten und Auszubildende ins Ausland schicken

Unter dem Titel "Erasmus für alle" will die EU-Kommission ab 2014 doppelt so viele Studenten und Auszubildende wie derzeit ins Ausland schicken. Das geht aus Plänen hervor, die EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou am Mittwoch in Brüssel vorstellen wird. 19 Milliarden Euro will Vassiliou dafür ausgeben, ein Zuwachs von 70 Prozent. Eine Chance haben die Vorschläge nur, wenn Europaparlament und Vertreter der EU-Staaten zustimmen. Die ÖH begrüßt die Initiative.

Die EU-Kommission will bestehende Programme für Auszubildende, Praktikanten und Studenten bündeln und aufstocken. Das soll Bewerbungen erleichtern. Für Master-Studenten plant Vassilou Darlehen für Aufenthalte im europäischen Ausland.

Die Vorschläge sind Teil der EU-Finanzplanung für die Jahre 2014 bis 2020. Die Kommission muss nun mit dem Europaparlament und den Vertretern der EU-Staaten über die Pläne verhandeln. Wirklichkeit werden sie nur, wenn beide Institutionen zustimmen.

ÖH: Bürokratische und finanzielle Hürden

Die Steigerung der Förderung sei "längst notwendig" gewesen, begrüßt die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die "Erasmus für alle"-Initiative am Mittwoch in einer Aussendung. Geringe individuelle Förderung sowie bürokratische und finanzielle Hürden stünden einem Auslandssemester jedoch weiterhin im Weg.

"Die Durchschnittsförderung ist mit monatlich 254 Euro eindeutig zu gering und muss dringend angehoben werden", so Martin Schott (Fachschaftslisten) vom ÖH-Vorsitzteam. Die Studentenvertreter fordern daher "ein klares Bekenntnis dazu, auch die individuellen Fördergelder zu erhöhen". Seit Jahren stagniert die Zahl heimischer Studenten, die ins Ausland gehen; durch das Bolognasystem seien sie weniger flexibel. "Ein Auslandsaufenthalt bedeutet für viele eine Verlängerung ihrer Studienzeit, was gekoppelt mit der immer prekärer werdenden finanziellen Lage für viele nicht leistbar ist", meint ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter Studierender, FEST).

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sei gefordert, "die bürokratischen Hürden durch komplizierte Anrechenverfahren" abzubauen und "gemeinsam mit Studierenden optimale Bedingungen zu schaffen", so Grabuschnig.

(APA via dpa/red, Bild APA)

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