22. November 2011 - 19:21 | Thea

Unter dem Titel "Erasmus für alle" will die EU-Kommission ab 2014
doppelt so viele Studenten und Auszubildende wie derzeit ins Ausland
schicken. Das geht aus Plänen hervor, die EU-Bildungskommissarin
Androulla Vassiliou am Mittwoch in Brüssel vorstellen wird. 19
Milliarden Euro will Vassiliou dafür ausgeben, ein Zuwachs von 70
Prozent. Eine Chance haben die Vorschläge nur, wenn Europaparlament und
Vertreter der EU-Staaten zustimmen. Die ÖH begrüßt die Initiative.
Die EU-Kommission will bestehende Programme für
Auszubildende, Praktikanten und Studenten bündeln und aufstocken. Das
soll Bewerbungen erleichtern. Für Master-Studenten plant Vassilou
Darlehen für Aufenthalte im europäischen Ausland.
Die Vorschläge sind Teil der EU-Finanzplanung für
die Jahre 2014 bis 2020. Die Kommission muss nun mit dem Europaparlament
und den Vertretern der EU-Staaten über die Pläne verhandeln.
Wirklichkeit werden sie nur, wenn beide Institutionen zustimmen.
ÖH: Bürokratische und finanzielle Hürden
Die Steigerung der Förderung sei "längst notwendig"
gewesen, begrüßt die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die
"Erasmus für alle"-Initiative am Mittwoch in einer Aussendung. Geringe
individuelle Förderung sowie bürokratische und finanzielle Hürden
stünden einem Auslandssemester jedoch weiterhin im Weg.
"Die Durchschnittsförderung ist mit monatlich 254
Euro eindeutig zu gering und muss dringend angehoben werden", so Martin
Schott (Fachschaftslisten) vom ÖH-Vorsitzteam. Die Studentenvertreter
fordern daher "ein klares Bekenntnis dazu, auch die individuellen
Fördergelder zu erhöhen". Seit Jahren stagniert die Zahl heimischer
Studenten, die ins Ausland gehen; durch das Bolognasystem seien sie
weniger flexibel. "Ein Auslandsaufenthalt bedeutet für viele eine
Verlängerung ihrer Studienzeit, was gekoppelt mit der immer prekärer
werdenden finanziellen Lage für viele nicht leistbar ist", meint
ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter Studierender,
FEST).
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sei
gefordert, "die bürokratischen Hürden durch komplizierte
Anrechenverfahren" abzubauen und "gemeinsam mit Studierenden optimale
Bedingungen zu schaffen", so Grabuschnig.
(APA via dpa/red, Bild APA)
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