22. November 2011 - 15:37 | Thea
Das Test- und Ausbildungszentrum (TAZ) macht Talente sichtbar und bringt Jugendliche und Betriebe zusammen. Heute wurde es feierlich eröffnet.
Das TAZ der Wirtschaftskammer und des WIFI Kärnten ist fertig: In der Klagenfurter Koschutastraße können Kärntner Schüler im Alter von 13 bis 14 Jahren einen Testparcours mit praktischen sowie theoretischen Übungen absolvieren und dabei ihre persönlichen Stärken und Talente entdecken. "Wir wollen mit diesem in Europa einzigartigen Angebot den Jugendlichen die typgerechte Berufsentscheidung erleichtern. Das erhöht ihre Chancen auf Erfolg im Berufsleben und bewahrt ausbildende Betriebe vor Überraschungen", erklärte Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher. Insgesamt haben die Wirtschaftskammer, der Zukunftsfonds Kärnten und das AMS - für die Produktionsschule - 5,5 Mio. Euro investiert.
Martinz: Appell an Betriebe
"Bildung ist in Bewegung - Bildung braucht Bewegung, Maßnahmen und Investitionen", unterstrich Wirtschaftslandesrat Josef Martinz, als Chef des Kärntner Zukunftsfonds Projektpartner des TAZ. Dabei handle es sich um ein zumindest europäisches Vorzeigeprojekt, auf das Kärnten stolz sein könne. Martinz: "Ich appelliere an unsere Betriebe, dieses Angebot zu nutzen und ihre Lehrlinge auf ihre Stärken testen zu lassen."
Die beste Exkursion
Die Vision dieser europaweiten Neuheit im Bereich der Berufsorientierung: Alle Jugendlichen in Kärnten absolvieren in der 9. Schulstufe einen Testparcours mit 30 Stationen, bei dem auf spielerische Weise die individuellen Talente und Begabungen festgestellt werden. Insgesamt haben Kärntens Betriebe mit Unterstützung von Bildungswissenschaftlern 23 Persönlichkeitskriterien festgelegt, deren individuelle Ausprägung Rückschlüsse zulässt, für welche Ausbildungsformen und Berufe ein Jugendlicher besonders geeignet ist. WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei: "Wir wollen den Jugendlichen nicht sagen, was sie nicht können, sondern worin sie wirklich gut sind. Für die eigene Zukunft gibt es keine sinnvollere Exkursion als ins neue Test- und Ausbildungszentrum."
Kenne Deine Stärken
Neben dem Besuch ganzer Schulklassen sind auch Einzel- oder Gruppentests - beispielsweise von Lehrstellenbewerbern eines Unternehmens - möglich. Das auf Basis des Tests unmittelbar ausgestellte "Stärkendiplom" sowie das detaillierte Testergebnis, das zugangsgesichert im Internet abrufbar ist und das Abschneiden im Vergleich mit dem Durchschnitt der jeweiligen Altersgruppe zeigt, dienen der besseren Selbsteinschätzung und Motivation der Jugendlichen, bieten aber auch Orientierungsmöglichkeiten für die Eltern. Betriebe können ihre Anforderungsprofile übermitteln, was die Praxisorientierung der Test verbessert und den Firmen top-qualifizierte Lehrlinge verspricht. Görgei: "Wir geben des strenge Versprechen, dass die Daten nicht personalisiert und nicht weitergegeben werden - nicht einmal für Zusendungen des WIFI oder der WK." Mittlerweile haben auch schon Großbetriebe wie Mahle oder Infineon ihr Interesse am TAZ angemeldet.
Produktion und doch Schule
Neben dem Testparcours wurden im TAZ auch noch eine Produktionsschule und weitere Ausbildungsmöglichkeiten für das WIFI untergebracht. Durch die Ausbildung von Lehrlingen in den Lehrwerkstätten soll das zukünftige Angebot an Fachkräften in Ergänzung zur betrieblichen Lehrlingsausbildung qualitativ und quantitativ gehoben werden. Die Produktionsschule bildet im Auftrag des AMS Jugendliche aus, die auf Grund ihrer Voraussetzungen keinen Lehrabschluss erreichen können bzw. keine passende Lehrstelle gefunden haben. Die Produktionsschule simuliert dabei ein vollständiges Unternehmen und vermittelt Grundkenntnisse betrieblicher Abläufe. Derzeit werden knapp 100 Jugendliche in der Produktionsschule ausgebildet.
Hoch hinaus
Mit einer Wettkampfkletterwand, einem eigenem Fitnessstudio, Apple-Lehrsaal, Seminarräumen sowie Metall- und Elektrowerkstätten setzt das WIFI einmal mehr auf modernste Infrastruktur. Einrichtungen wie die Kletterwand und das Fitnessstudio stehen auch allen WIFI-Stammkunden zur Verfügung und werden als Bewegungsangebot auch in konventionelle Kurse eingebaut.
Großer Wert, kleiner Preis
Der Einzeltest kostet 40 Euro, in der Einführungsphase werden die Preise für die ersten 1000 Einzeltest und die ersten 100 Betriebe, die ihre Lehrstellenbewerber testen lassen, um 50 Prozent ermäßigt. Auf Dauer reduziert bleibt der Testpreis für alle Schulklassen mit 20 Euro pro Person, die Wirtschaftskammer Kärnten übernimmt zusätzlich die Kosten für den Bustransfer. Pacher: "Wir senden damit ein Signal: Niemand ist benachteiligt, weil er weiter weg wohnt." Das gilt übrigens - zwar nicht für den Bustransfer, aber grundsätzlich - auch für Testgäste aus anderen Bundesländern, meinte Martinz: "Sollte sich ein Testtourismus zum TAZ entwickeln, würde mich das auch sehr freuen."
(Quelle: OTS /Wirtschaftskammer Kärnten)
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