22. November 2011 - 12:43 | Thea
2. Tiroler Integrationsenquete im Landhaus
Studien zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich bei Bildungsabschlüssen aufholen. In der Arbeitswelt spiegelt sich das aber nicht immer wieder. Viele werden unter ihrer Qualifikation angestellt. Dieses Thema griff die zweite Tiroler Integrationsenquete heute, Montag, im Landhaus auf: Ist die Bildung der Königsweg bei der Integration von Zugewanderten in die Arbeitswelt- also Autobahn oder doch nur Sackgasse? Soziallandesrat Gerhard Reheis bezeichnete bei der Eröffnung die Bildung als unverzichtbaren Rohstoff der Integration und gleichzeitig aktuell bleibendes Thema: "Wenn Diskriminierungen einer bildungsadäquaten Arbeitsstelle entgegen stehen, sind nicht nur die Betroffenen Leidtragende, sondern die Gesellschaft selbst, die Talente und Qualifikationen dieser Zugewanderten benötigt."
Umdenken und mehr Ehrlichkeit
In die selbe Kerbe schlug Josef Lettenbichler als Geschäftsführer der Tiroler Industriellenvereinigung: "Österreich mit seiner alternden Gesellschaft ist auf die Zuwanderung von jährlich 30.000 Menschen angewiesen." Aus wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Gründen seien ein Umdenken und mehr Ehrlichkeit in dieser Diskussion notwendig. Anton Kern, Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol, berichtete über Erfolge, die auf die erste Integrationsenquete vor zwei Jahren zurückzuführen sind: "Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden angestellt, die über Sprachkenntnisse für die Klientinnen und Klienten mit Migrationshintergrund verfügen." Ein Drittel der Fördermittel des AMS Tirol kommt diesen Personen zugute, die am Arbeitsmarkt mit 16 Prozent vertreten sind.
Namhafte Bildungsexperten waren nach Innsbruck gekommen, um das entsprechende "Input" für die Integrationsenquete zu liefern: die Universitätsprofessoren Franz Hamburger aus Mainz und Erol Yildiz aus Klagenfurt, ebenso August Gächter vom Zentrum für Soziale Innovation in Wien. Dabei wurde über die Schwierigkeit einer eigenen kritischen Meinung angesichts einseitiger medial transportiert Bilder diskutiert. Auch die Herausforderungen für das österreichische Bildungssystems kamen zur Sprache. Am Rande der Veranstaltung gratulierte LR Reheis dem JUFF-Fachbereich Integration unter Hannes Gstir zum zehnten Geburtstag: "Hier wird hochwertige Arbeit geleistet."
Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung
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