22. November 2011 - 11:49 | Thea

(v. l.) Gerhard Prechtl (Mitte),
Absolvent des Welser FH-Studienganges
„EntwicklungsingenieurIn Maschinenbau“
hat den Mechatronik-Preis gewonnen
Jeder hat schon einmal
erlebt, dass eine angezogene Schraube wieder locker wurde. Grund dafür sind
meistens Schwingungen. Diese sogenannten Fügestellen kommen überall im Alltag
vor, wo etwas verschraubt, genietet oder verklebt wurde. Gerhard Prechtl aus
Navis (Tirol), Absolvent des Welser FH-Studienganges „EntwicklungsingenieurIn Maschinenbau“,
hat nun mit seiner Diplomarbeit für das Unternehmen ECS - Magna Powertrain in
St. Valentin eine neue Berechnungsmethode für die dort auftretenden Reibkräfte
entwickelt, mit deren Hilfe die Lebensdauer von derartigen Verbindungen mit
sehr hoher Genauigkeit und einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit vorhergesagt
werden kann. Er wurde für diese Arbeit mit dem Mechatronik-Preis 2011
ausgezeichnet.
„Überall,
wo zwei feste Körper zusammengefügt werden, kommt es aufgrund von Schwingungen zu
Kontakt- und Reibekräften. Das kann zB der Zylinderkopf sein, der auf den
Motorblock geschraubt wird, aber auch einfach ein Reifen, der mit 5 Schrauben
an die Radnarbe befestigt ist“, erklärt der aus Navis in Tirol stammende Prechtl.
Lebensdauer berechenbar
Mathematische
Berechnungen sind das Spezialgebiet des 28-jährigen Maschinenbauers. Um das
Verhalten von Fügestellen genau vorherzusagen, war es bisher notwendig, mehrere
100.000 Gleichungen am Computer zu lösen. Aufgrund dieses Aufwandes wurden
bisher vereinfachte, aber ungenaue Ansätze verwendet. Durch eine intelligentere
mathematische Formulierung ist es Gerhard Prechtl nun gelungen, die Berechnung
auf 100 bis maximal 1000 Gleichungen zu reduzieren, so dass die Ergebnisse
unmittelbar zur Verfügung stehen.
Maschinenbau profitiert
„Damit
ist es den Maschinenbauern nun möglich, das Verhalten einer Verschraubung bereits
in der Konstruktionsphase vorherzusagen, zu berücksichtigen und zu optimieren.
Mit dem Wissen, wie lange Schrauben, Schweißpunkte oder Verklebungen den
Belastungen Stand halten, kann man rechtzeitig die richtige Materialwahl
treffen oder gegebenenfalls sogar Material einsparen, um die gewünschte
Lebensdauer zu erreichen“, berichtet Prechtl, der sein Studium mit
ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen hat.
Sehr hohes Niveau
„Die
Diplomarbeit von Gerhard Prechtl ist auf sehr hohem theoretischem Niveau, ohne den
Praxisbezug zu verlieren. Nicht nur für das Unternehmen ECS Magna Powertrain
bringt diese Arbeit direkt umsetzbare Vorteile, sondern sie stellt auch eine
wichtige Grundlage dar, um in Zukunft die auftretenden Reibkräfte mit regelungstechnischen
Methoden beeinflussen zu können“, erklärt sein Betreuer Dr. Wolfgang Witteveen.
Gerhard
Prechtl absolviert nun sein Doktoratsstudium am Institut für konstruktiven
Leichtbau der Johannes Kepler Universität Linz.
Nähere Infos
Nähere
Informationen zum FH-Studiengang „EntwicklungsingenieurIn Maschinenbau“ finden
Sie unter www.fh-ooe.at/mb oder sekretariat.mb@fh-wels.at.
Der
Mechatronik-Preis wurde von der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV
OÖ), dem Österreichischen Ingenieur- und Architektenverein – Oberösterreich
(ÖIAV|OÖ), dem Mechatronik-Cluster und dem Austrian Center of Competence in
Mechatronics (ACCM) ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden die besten
mechatronischen Studienarbeiten.
(Quelle: FH OÖ/ Campus Wels, Bild Clusterland OÖ))
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