15. November 2011 - 17:09 | Thea
Schmidinger sieht nur dort Probleme, wo Autonomie unterentwickelt ist
Für Heinrich Schmidinger, Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), ist der am Dienstag veröffentlichte Bericht der European University Association (EUA) eine Bestätigung dafür, dass die Autonomie der österreichischen Unis eine "Erfolgsgeschichte" ist. Weiterentwicklungsbedarf sieht er dennoch: "Es hakt nach wie vor dort, wo die Freiheiten der Universitäten unterentwickelt sind", sagt er zur APA und verweist darauf, dass nicht die Unis etwa über Zugangsregelungen oder Studiengebühren entscheiden können, sondern dies in die Verantwortung des Nationalrats fällt.
Problematisch ist für den Rektor der Uni Salzburg auch die Frage der Gebäude, die der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehören und von den Unis nur gemietet werden können - und das "zu allen Bedingungen, die die BIG sich ausdenkt. Hier haben wir überhaupt keine Autonomie". Und auch die in anderen Bereichen vorhandene Autonomie "kann nur dann wirklich ausgeübt werden, wenn auch entsprechende Mittel vorhanden sind", verweist er auf die Notwendigkeit ausreichender Finanzierung.
"Unbestritten" ist für Schmidinger, dass die Unis sich die Frage gefallen lassen müssen, ob die vorhandenen Freiheiten von ihnen auch "gut und richtig angewandt werden". So hatte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) kürzlich in einem Interview mit der "Presse" Zweifel formuliert, "ob die Uni-Autonomie, wie sie derzeit ausgestaltet ist, wirklich zum Erfolg führt". Die"Autonomie als solche" könne man jedoch "nicht zurückfahren", betonte Schmidinger. "Das wäre ein solcher Rückschritt und ein solcher Qualitätsverlust für die Universitäten, dass es eigentlich unvorstellbar ist."
(APA / red)
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