11. November 2011 - 14:45 | Thea
Kein einheitlicher Trend erkennbar - Landeshauptstädte größtenteils nicht bei Stimmbeteiligung vorn - Mehr als 100.600 unterschrieben in Wien
"Aufstehen und hingehen" hatten die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens gefordert - und die Österreicher sind dem Aufruf in den einzelnen Bundesländerregionen in durchaus unterschiedlichem Ausmaß gefolgt. Während in Salzburg, der Steiermark und Tirol die Unterstützung in der jeweiligen Landeshauptstadt am größten war, ließen sich in den anderen Bundesländern Wahlberechtigte andernorts überzeugen. Die größte Stimmbeteiligung außerhalb von Wien wurde im Bezirk Mödling gezählt: 8.904 und damit 10,2 Prozent der Stimmberechtigten gingen den Weg ins Eintragungslokal oder unterschrieben eine Unterstützungserklärung im Vorfeld der Eintragungswoche.
Mödling ist österreichweit die einzige Region, in der die Zehn-Prozent-Grenze geknackt wurde. Allein in einzelnen Wiener Bezirken war die Beteiligung noch höher. Besonders die Innere Stadt sticht mit etwa 3.340 Unterzeichnern und damit beinahe 28 Prozent Stimmbeteiligung klar hervor; gute Ergebnisse über zumindest 15 Prozent wurden auch im grün-dominierten Bezirk Neubau sowie in den Bezirken Josefstadt und Wieden erzielt. Insgesamt bekundeten 100.630 und damit knapp 8,8 Prozent der wahlberechtigten Wiener ihre Unterstützung für das Volksbegehren. Gebremst wurde das Ergebnis durch die teilweise niedrige Beteiligung in Arbeiterbezirken wie Simmering und Favoriten, wo maximal fünf Prozent unterzeichneten.
Wenig überraschend liegt die Begeisterung für das Bildungsvolksbegehren in Wien verglichen zu den anderen Landeshauptstädten am höchsten. Vor allem in der Steiermark ist ein Unterschied zwischen Stadt und Land zu bemerken, wo die Stimmbeteiligung ausschließlich in Graz mit rund 13.990 Unterzeichnern und damit 7,24 Prozent über der Sechs-Prozent-Grenze liegt. Ebenso prozentuell und in absoluten Zahlen die meiste Zustimmung ist in und um Salzburg-Stadt zu verzeichnen: In der Landeshauptstadt fanden sich knapp 7.700 Unterzeichner (7,7 Prozent), in Salzburg Umgebung weitere knapp 6.870 (6,3 Prozent).
Eine verhältnismäßig hohe Unterstützung fand die Initiative von Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch in Mattersburg (Burgenland) bei etwa 8,8 Prozent Stimmbeteiligung sowie in Oberösterreich in Steyr Stadt (7,9 Prozent) und Land (6,7 Prozent). Dem stehen u.a. die Bezirke Schärding, Rohrbach, Braunau am Inn sowie Ried im Innkreis gegenüber, wo die Beteiligung bei unter vier Prozent lag. Eher schwach fiel die Unterstützung auch in Tirol aus. Das westliche Bundesland bildet von allen neun das Schlusslicht, hier überstieg die Stimmbeteiligung nur in Innsbruck und Umgebung drei Prozent.
Keine Auffälligkeiten gab es indes in Vorarlberg, wo die Beteiligung im Mittelfeld angesiedelt war. In Bregenz haben mit einer Summe von knapp 5.000 Unterzeichnern zwar die meisten Menschen unterschrieben - nicht aber verglichen zur Zahl der Wahlberechtigten. Mit einer Beteiligung von fast 6,7 Prozent ist hier Feldkirch an erster Stelle der Unterstützungs-Front. Überraschungen bietet indes Kärnten: Nicht die Städter in Klagenfurt und Villach sondern die Wahlberechtigten aus der jeweiligen Umgebung besuchten die Eintragungslokale. Am stärksten war die Beteiligung prozentuell gesehen in Klagenfurt Land (7,6 Prozent), gefolgt von Klagenfurt Stadt (6,8 Prozent) sowie Villach Land (6,3 Prozent) bzw. Stadt (6,1 Prozent).
~ Vergleich der Landeshauptstädte
Stimmberechtigte Unterstützungserklärungen in % + gültige Eintragungen
WIEN 1.145.268 100.630 8,79%
EISENSTADT UMGEBUNG 32.944 2.567 7,79%
SALZBURG STADT 100.342 7.698 7,67%
GRAZ STADT 193.272 13.992 7,24%
LINZ STADT 140.069 9.862 7,04%
KLAGENFURT STADT 72.733 4.939 6,79%
SANKT PÖLTEN STADT 39.236 2.484 6,33%
INNSBRUCK STADT 86.917 5.097 5,86%
BREGENZ 89.175 4.998 5,60%
(APA/red)
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