10. November 2011 - 16:00 | Thea
Burschen zeigen zunehmend Interesse für "untypische" Berufe
Was für die Mädchen der "Girls' Day" ist, ist für Burschen der "Boys' Day": Sie erhalten an diesem Tag einen Einblick in "männeruntypische" Berufe des Erziehungs-, Sozial- und Gesundheitswesen. Zum heutigen Boys' Day meldeten sich insgesamt 200 Burschen von zwölf bis 16 Jahren zum Schnuppern in Innsbrucks Kindergärten und Schülerhorten sowie in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen wie das AZW - Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe oder das Kriseninterventionszentrum für Kinder und Jugendliche.
"Das gesteigerte Interesse spiegelt ein offeneres und breiteres Männerbild in der Gesellschaft wider", sagt Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. "Das ist gut so, denn gerade im sozialen Bereich wie in der Kinderbetreuung und in der Pflege älterer Menschen sind männliche Mitarbeiter gefragt." Im Vorjahr haben rund 70 Burschen am Boys' Day teilgenommen.
"Ziel der Aktion ist es, die Berufsvorstellungen junger Männer zu erweitern und so den einen oder anderen für den Beruf des Kindergarten- und Hortpädagogen zu begeistern", betont Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Kaufmann. Eltern, AusbildnerInnen und die Öffentlichkeit sollen ebenfalls sensibilisiert werden.
Der auf Initiative des Bundesministeriums für Soziales, Arbeit und Konsumentenschutz stattfindende Aktionstag wird in Tirol durch die Männerberatungsstelle "Mannsbilder" organisiert. Gotthard Bertsch, Koordinator für Burschenarbeit in der Beratungsstelle: "Die Burschen werden vor allem durch Vorbilder motiviert. Heute haben sie Gelegenheit, sich mit Mitarbeitern der verschiedenen teilnehmenden Organisationen auszutauschen und die Berufe in der Praxis kennen zu lernen." Ergänzend finden Workshops zu Berufsorientierung und -wahl statt, die ebenfalls von "Mannsbilder" koordiniert werden.
Die Berufsgruppe Soziales und Erziehung ist in Österreich mit 70,9 Prozentanteil fest in weiblicher Hand. Derzeit sind im Pflegebereich österreichweit rund 46.000 Menschen beschäftigt, bis zum Jahr 2020 werde man laut Bundesministerium weitere 17.000 Pflegekräfte benötigen.
Weitere Informationen unter www.boysday.at
(Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung)
Kommentar hinzufügen