9. November 2011 - 15:52 | Thea

In der Diskussion um eine Medizin-Uni für Linz kann sich
Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (V) auch die
Eingliederung der Fakultät in die bestehende Johannes Kepler Universität
(JKU) vorstellen. Das erklärte er in einer Pressekonferenz
Dienstagnachmittag anlässlich eines Besuchs von Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle (V). Dieser wiederum betonte, dass er das
ausgearbeitete Papier für eine weitere Universität in Linz genau
studieren und mit Alternativkonzepten vergleichen werde.
100 aus Oberösterreich stammende Studierende
hätten im Vorjahr ein Medizinstudium begonnen, berichtete Pühringer. Zum
Vergleich: 15 Jahre zuvor seien es noch 280 gewesen. 2020 werde man -
die Studienabbrecher abgezogen - über geschätzte 75 bis 80 Absolventen
verfügen, rechnete der Landeshauptmann vor. Benötigt würden in
Oberösterreich aber bis dahin 185. Eine Universität für Linz, deren
Errichtung mit rund 50 Mio. Euro veranschlagt ist, könne hier Abhilfe
schaffen.
Töchterle
will Konzept genau studieren und mit Alternativen vergleichen
Stadt und Land würden jedenfalls in den ersten fünf
Jahren zur Gänze die anteiligen Investments und die Betriebskosten
übernehmen, so Pühringer. In den Folgejahren würde die Mitfinanzierung
bei 80, 70, 40 und schließlich 20 Prozent liegen. "Eine Universität ist
uns das wert", sprach der Landeshauptmann von einem "ordentlichen
Angebot". Der Betrieb würde im ersten Jahr mit etwa 50 Studierenden
circa sechs Mio. Euro kosten und im elften Jahr im Endausbau mit 1.200
bis maximal 1.800 Auszubildenden auf 26 Mio. Euro steigen. Das sei
"vergleichsweise kostengünstig", erklärte Bildungslandesrätin Doris
Hummer (V). Im Gegensatz zu anderen Universitäten wäre in Linz der
klinische Bereich ausgegliedert und Forschung vorläufig kein
Schwerpunkt.
"Im Grundanliegen sind wir völlig d'accord", sagte
Töchterle. Es gebe Bereitschaft, in den tertiären Sektor zu investieren.
Der Minister berichtete von "guten Verhandlungen" mit Finanzministerin
Maria Fekter (V) betreffend einer Hochschulmilliarde. Dem drohenden
Ärztemangel, der sich nicht nur in Oberösterreich abzeichne, müsse man
freilich begegnen, sagte er. Die Mittel dazu seien verschiedene, eine
Erhöhung der Ausbildungsplätze sei nicht der einzige Weg. Das Konzept
für Linz werde er sich "zügig" ansehen, so Töchterle.
Gesundheitsminister Alois Stöger (S), der erklärt hatte, dass eine
Medizin-Uni in der Landeshauptstadt für die Regierung "in dieser
Funktionsperiode kein Thema ist", sei jedenfalls für den Hochschulplan
nicht zuständig, betonte der Wissenschaftsminister.
(APA / red, Bild APA)
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