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Zum 200. Geburtstag des Universalmuseum Joanneum Eröffnung des Museumsviertels

Das steirische Universalmuseum Joanneum feiert mit der Eröffnung des umgebauten Museumsviertels am 26. November seinen 200. Geburtstag. Die Überlegungen zu einer Sanierung und Umgestaltung gab es seit 1997, doch erst im Jänner 2010 erfolgte der Spatenstich. Dazwischen lagen Gutachten, Ausschreibungen, Regierungsbeschlüsse, Entwürfe und geänderte Entwürfe. Nun soll am 26. November zumindest ein Großteil des neuen Museumsviertels inklusive Landesbibliothek eröffnet werden, ein Jahr später folgt dann der Rest.

Der älteste Teil des Museumskomplexes ist das Haus in der Raubergasse, das von 1665 bis 1674 nach den Plänen von Domenico Sciassia als Stadthaus für Stift Lambrecht entstanden ist. 1811 wurde es schließlich von den steirischen Landständen für die von Erzherzog Johann gestifteten Sammlungen angekauft. Wesentlich jünger ist der Bau in der Neutorgasse, der erst 1890 bis 1894 als "Kulturhistorisches und Kunstgewerbe-Museum" entstanden ist und der trotz mehrerer anderer Pläne der einzige Museumsneubau im 19. Jahrhundert in Graz blieb.

Neukonzeption begann Ende der 90er-Jahre

1997 wurde begonnen, eine Neukonzeption des ständig gewachsenen Museums anzustellen, die alle Standorte umfassen sollte. Inhaltliche Grundlagen sowie eine erste Kostenbasis fanden sich 2005/2006 im "Masterplan". 2006 wurde auch ein Regierungsbeschluss zum Gesamtprojekt gefasst.

Es folgte ein Vergabeverfahren, bei dem das Madrider Büro "Nieto und Sobejano" als Sieger hervorging. Ein erster Entwurf sah 48,5 Mio. Euro an Kosten vor, dann einigte man sich allerdings Ende 2007 auf ein etwas reduziertes Projekt um 38,1 Mio. Euro. Nach diversen Gutachten und Bescheiden konnte schließlich am 13.1.2010 der Spatenstich erfolgen. Im Dezember des selben Jahres bat man anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus zur Gleichenfeier, und Ende November soll nun die Eröffnung des Joanneumsviertels über die Bühne gehen.

Gemeinsamer Zugang

Neben diversen Sanierungen und Umbauten im Inneren wird vor allem der neue Eingangsbereich im Hof ins Auge fallen. Der Zugang zu den Sammlungen und zur Landesbibliothek mit ihren neuen unterirdischen Speichern erfolgt über einen gemeinsamen Eingang, erst im unterirdischen Bereich teilen sich die Wege der Besucher des Museums und der Bibliothek. Im Stammhaus wird auch die Neue Galerie untergebracht sein, ebenso die naturwissenschaftliche Sammlung.

Während die aus dem Palais Herberstein umgesiedelte Neue Galerie, die Multimedia-Sammlungen und das Besucherzentrum schon rechtzeitig zum Jubiläum fertig sein werden, wird das Naturkundemuseum erst ein Jahr später wiedereröffnet werden. Ebenfalls bereits Ende November 2011 wird die Landesbibliothek mit ihren rund 750.000 Büchern wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Eröffnung mit vier Ausstellungen

Das Jubiläum wird nicht nur mit der Eröffnung des umgebauten Museumsviertels begangen, sondern auch mit vier Ausstellungen. Die Neue Galerie zeigt eine Hans Hollein-Werkschau, außerdem die Ausstellung "Moderne: Selbtmord der Kunst?", darüber hinaus wird das "Bruseum" vorgestellt. Die Multimediale Sammlung steuert die Schau "Land der Bilder" bei.

Am 200. Stiftungstag des Joanneums haben die Besucher die Möglichkeit, im Rahmen der Eröffnung die Ausstellungen zu besuchen. Dabei präsentiert sich vor allem die Neue Galerie in noch ungewohnter Umgebung, war doch hier bis vor dem Umbau die Kulturhistorische Sammlung beheimatet. Gezeigt wird eine Werkschau über den Grazer Künstler, Designer und Architekten Hans Hollein. Gleichzeitig startet die Ausstellung "Moderne -Selbstmord der Kunst?", in der Werke von 1800 bis zur Gegenwart gezeigt werden.

Als Teil der neuen Galerie versteht sich auch das "Bruseum" mit Werken von Günter Brus, das nun eröffnet wird. Die Ausstellung zeigt einen Auswahl aus verschiedenen Schaffensbereichen und -phasen des Künstlers und seine Entwicklung vom Wiener Aktionisten zum Maler, Zeichner, Bild-Dichter und Schriftsteller. In der Multimedialen Sammlung wird die Geschichte der Steiermark unter dem Titel "Land der Bilder" präsentiert.

Der neugestaltete Hof des Joanneumsviertels wird an diesem Abend zum Open-Air-Festsaal: Dort gibt es eine filmische Bilderreise durch die zehn Standorte des Universalmuseums sowie einen Adventmarkt mit Musik, Getränken und kulinarischen Genüssen.

Die Zeitkarten, die jeweils eine Stunde gültig sind, sind kostenlos ab 5. November an der Kassa des Museums im Palais (Sackstraße 16) erhältlich. Am 26.11. gibt es ab 16.00 Uhr die Möglichkeit zu einstündigen Rundgängen ab dem Eingangsbereich Kalchberggasse. Zur Feier des Jubiläums gibt es dann am 27.11. an allen Standorten des Joanneums freien Eintritt.

(APA/red, Bild APA)

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