5. Oktober 2011 - 10:56 | Thea
Medienaktion der ÖH zeigt die Härte und Folgen der sozialen Verschlechterungen
"Mit der heutigen Medienaktion wollen wir auf den "Herbst der Verschlechterungen" aufmerksam machen, der vielen Studierenden dieses Semester ins Haus steht. Angefangen von der Familienbeihilfekürzung über die Förderungskürzung der Studierendenwohnheime hin zum Wegfall des Ministeriums-Zuschusses zur Selbstversicherung der Studierenden - es weht ein kühler Wind, der den Studierenden ins Gesicht bläst", erklärt Peter Grabuschnig, Generalsekretär der ÖH Bundesvertretung.
"Rund 65% der Studierenden leben unter der Armutsgrenze. Diese Situation wird sich durch die Rückversetzung des Anspruchsalters für Familienbeihilfe noch weiter verschärfen. Derzeit sind rund 27.000 Studierende von der Neuregelung betroffen, die seit Juli gilt. Eine weitere Folge dieser Regelung ist, dass neben dem Wegfall dieses Geldbetrages auch andere Sozialleistungen, die an die Familienbeihilfe gekoppelt sind einfach wegfallen. Ein drastisches Beispiel, das Studierende ernsthafte Probleme bereiten wird ist in Wien und Graz das Öffi-Ticket. Die Erwerbstätigkeit wird nun wohl noch weiter steigen - derzeit arbeiten schon rund 60 Prozent mehr als 20 Stunden pro Woche.", so Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam.
"Ohne Arbeiten wird es auch aufgrund der erhöhten Wohnkosten für Studierendenwohnheime nicht mehr leicht gehen. Das Ministerium hat die Förderung für diese brutal zurückgefahren - bis 2013 werden 5.000.000Euro eingespart. Auch die studentische Selbstversicherung wird teuer zu Buche schlagen und ein weiteres Loch in das knappe Budget der Studierenden graben. Das Ministerium hat auch hier den Zuschuss gestrichen. Das bedeutet eine Verdoppelung des Beitrags, den die Studierenden nun berappen müssen - das sind 50Euro pro Monat", erläutert Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH.
"Die Lage ist ernst. Studierende werden in prekäre Verhältnisse gedrängt und ihre Lebensrealität einfach von Minister Töchterle und Ministerin Fekter verkannt. Es braucht endlich einen Ausbau des Beihilfen- und Stipendiensystems, das den Studierenden ein nicht von Armut gefährdetes Leben ermöglicht. Wir erwarten uns von Minister Töchterle und Ministerin Fekter endlich ein Bekenntnis zu einer zukunftsgerichteten Bildungspolitik, die sich endlich nicht mehr gegen, sondern für die Studierenden einsetzt. Es muss neue Konzepte geben, die endlich die Diskussion über Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen hinter sich lässt und von Regelungen wie der versteckten Knock-Out-Phase wie der StEOP (Studien-Eingangs- und Orientierungsphase) ablässt", so das Vorsitzteam der ÖH abschließend.
(Quelle: OTS / Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH))
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