28. September 2011 - 15:59 | Thea
Rege ist die Nachfrage nach Studienplätzen in der von der Stadt Wien
initiierten und mit 6,4 Mio. Euro geförderten Medienausbildung im
Mediaquarter St. Marx gewesen: 132 Personen haben sich um 35 Plätze im
FH-Lehrgang "Film, TV- und Medienproduktion" beworben. Für den
Masterstudiengang "International Media Innovation Management" gab es 70
Bewerber für 15 Plätze. Diese beiden Ausbildungsprogramme sind Teil der -
nicht unumstrittenen - Medienausbildungsoffensive, deren operativer
Startschuss kommende Woche fällt.
Mit der Initiative soll der Medienbereich als
Stärkefeld der Wiener Wirtschaft forciert werden, betonte
Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (S) am Mittwoch in einer
Pressekonferenz: "Für mich als Wirtschaftsstadträtin ist diese Branche
eine der lebendigsten, am raschest wachsenden und sich verändernden
Branchen der Wiener Wirtschaft." Der Gesamtumsatz der Medienbranche
betrage zwei Mrd. Euro. Es gebe 2.000 Unternehmungen mit 50.000
Beschäftigten. "Von diesen 2.000 Unternehmungen sind mehr als die Hälfte
in den letzten zehn Jahren gegründet worden", veranschaulichte sie die
Dynamik der Branche.
Drei Module in sechs Semestern
Das Ausbildungsprogramm umfasst insgesamt drei
Module: Der FH-Bachelorstudiengang "Film-, TV- und Medienproduktion"
wird von der Fachhochschule des bfi Wien durchgeführt. Die Studiendauer
beträgt sechs Semester. Die Teilnehmer werden unter anderem zu
Produzenten, Vertriebsexperten oder Produktionsleitern ausgebildet.
Zumindest der erste Jahrgang ist dabei in Frauenhand: 63 Prozent der
Studierenden seien weiblich, berichtete Helmut Holzinger,
Geschäftsführer der Fachhochschule des bfi Wien. Bis zur Fertigstellung
des Media Quarter Marx 3 im kommenden Jahr wird der Lehrgang in den
bestehenden Räumlichkeiten der FH abgehalten.
Das berufsbegleitende Masterprogramm "International
Media Innovation Management" richtet sich an Mitarbeiter aus
redaktionellen wie auch technischen Bereichen und aus dem Management von
Medienunternehmen. Es gehe um die Frage: "Wie kann man Innovation
kreativ gestalten und nicht nur reaktiv", erklärte Daniela Kraus,
Geschäftsführerin des "fjum_forum journalismus und medien wien - Verein
Wiener Medienfortbildung". Der Verein war mit der Umsetzung des
Masterstudiums beauftragt. Die Teilnehmer der Lehrgangs kommen aus
sieben europäischen Staaten sowie aus Ägypten. Die Module des Programms
finden in Wien, Berlin, Spanien und in den USA statt. Die Studiendauer
beträgt zwei Jahre, die Kosten belaufen sich auf 20.000 Euro pro Jahr.
Weiterbildung für Journalisten
Zudem gibt es auch ein Weiterbildungsprogramm für
Journalisten, das den Titel "Forum Journalismus und Medien Wien Kurse
und Diskurse" trägt. Hier gehe es um "klassisches Mid-Career-Training
life-long learning für Journalisten und Journalistinnen", erklärte
Kraus. Die Seminare hätten eine Dauer von ein bis vier Tagen und seien
einzeln buchbar. Erste Veranstaltungen werden bereits diesen Herbst
angeboten, das reguläre Seminarprogramm soll Anfang 2012 starten.
Somit wird nun die von der Stadt initiierte
Medien-Ausbildungsoffensive endgültig Realität. Im Vorfeld gab es Kritik
- insbesondere am FH-Studiengang. Vor dem Gemeinderatsbeschluss im Mai
2010 mutmaßte die ÖVP, dass dort eine "journalistische SPÖ-Leibgarde"
ausgebildet werden sollte. Auch hieß es damals, dass es genügend
Angebote gebe. Mit der Umsetzung der Initiative war die WH Medien GmbH,
die zur städtischen Wien Holding gehört, beauftragt. Wien
Holding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak betonte, dass es dabei drei
wesentliche Voraussetzungen gegeben habe: Die Einrichtungen müssten sich
nach einer gewissen Zeit wirtschaftlich selbst tragen. Zudem sollte die
Wien Holding keine eigenen Strukturen aufbauen, sondern sich am Markt
auf Partnersuche für die Ausbildungsschiene begeben. Außerdem solle die
Ausbildungsschiene hauptsächlich am Standort St. Marx stattfinden.
(APA/red, Bild APA/dpa)
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