Studium.at
3569 aktuelle Jobinserate in der Jobbörse
565 aktuelle Wohnungen & WGs in der Wohnungsbörse

Töchterle wirbt im Nationalrat für sein Hochschul-Modell

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) hat am Mittwoch im Rahmen der "Aktuellen Stunde" zum von der ÖVP vorgegebenen Thema "Qualität und Leistung für die österreichischen Universitäten und Hochschulen" im Nationalrat für sein Hochschul-Modell inklusive Studiengebühren und Zugangsregelungen geworben. Die SPÖ sprach sich abermals gegen neue "finanzielle Hürden" aus.

Die österreichischen Universitäten hätten Qualität und würden Leistung bringen, hielt Töchterle fest. Leider würden in der Öffentlichkeit oft nur die Probleme der Unis und Fachhochschulen zur Sprache kommen, konkret bezüglich Finanzierung und überlaufener Studien. Er könne Lösungen anbieten, betonte der Minister, es brauche einen Hochschulplan. Man müsse die Fachhochschulen qualitativ und quantitativ und die Unis qualitativ ausbauen. Der Hochschulplan könne nicht von oben verordnet werden, deshalb sehe er die Einrichtung einer Hochschulkonferenz vor. Man sei dabei, den Plan jetzt aufzusetzen.

Studium "verbindlicher" machen

Wenn man mehr Akademiker wolle, müsse man versuchen, die inaktiven Studenten zu "aktivieren", indem man die Verbindlichkeit erhöhe. Im Zusammenhang mit den Massenfächern erklärte Töchterle, man müsse Kapazitätsgrenzen einziehen. Es brauche Zugangsregelungen, der Hochschulplan sehe das im Rahmen der Studienplatzfinanzierung vor. Auch das Problem der Finanzierung sei lösbar: Es sei "sehr chancenreich", dass man für 2013 bis 2015 eine zusätzliche Milliarde zur Verfügung stellen könne, die aber nicht mit der "Gießkanne", sondern so vergeben werden solle, dass es eine steuernde Wirkung gebe. Es brauche zudem private Mittel, warb Töchterle für Studienbeiträge. Niemanden dürfe das Schicksal treffen, aus finanziellen Gründen nicht studieren zu können, betonte Töchterle, und sein Modell bedenke diese Probleme.

VP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager unterstützte die Linie ihrer Partei, indem sie meinte, im Kino und im Fußballstadion sei es selbstverständlich, dass es nur so viele Karten gebe wie Sitzplätze. Man brauche auch ein sozial gerechtes Studienbeitragsmodell, das einen "kleinen Beitrag" von allen abverlange, etwa damit der österreichische Steuerzahler nicht den Beitrag für ein Studium der Kinder eines Ölscheichs leisten müsse.

Es sei positiv, dass sich Töchterle bemühe, Geld für die Unis bei der Finanzministerin aufzustellen und dass er ein Bekenntnis abgelegt habe, dass die Vielfalt des Studienangebots erhalten bleiben soll, meinte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl. Es gehe der SPÖ aber darum, keine neuen "finanziellen Hürden" zu höherer Bildung einzuführen. Mehr gut ausgebildete junge Menschen seien notwendig, und es sei nicht anstrebenswert, eine neue "Bildungssteuer" einzuführen, die vor allem mittelständische Familien treffen würde. Gerechter wären vermögensbezogene Steuern, findet Kuntzl.

FPÖ gegen "Neiddebatte"

Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald hielt fest, dass Universitäten und Fachhochschulen viele schwere Probleme hätten, aber die Studierenden nicht das wesentliche Problem seien. Gerhard Deimek von den Freiheitlichen beklagte, dass nur über Studiengebühren diskutiert werde und nicht etwa über Rektorengehälter oder Verwaltungskosten an den Unis - er sei gegen eine "Neiddebatte am Rücken der Studenten".

Rainer Widmann (B) bezeichnete es als "Skandal", wie junge Menschen in Österreich studieren müssten und sprach sich für Studiengebühren und Zugangsregelungen aus. Er kritisierte dabei Alexander Van der Bellen von den Grünen - dieser bekomme als Uni-Beauftragter der Stadt Wien 220.000 Euro, und Widmann fragte, was die Leistung dabei sei und ob dies Parteienfinanzierung oder Korruption sei. Van der Bellen konterte, er sei rechenschaftspflichtig gegenüber dem Bürgermeister und dem Gemeinderat der Stadt Wien, aber nicht "Wichten" wie Widmann.

Vor der Debatte wurde die zurückgetretene Wiener ÖVP-Chefin Christine Marek im Nationalrat angelobt. Sie übernimmt das Mandat von Maria Rauch-Kallat.

(APA / red, Bild APA)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen