9. September 2011 - 10:12 | Thea
Die passende Studie zu den diversen Korruptionsskandalen
in Österreich haben Psychologen der Webster University in Wien am
Donnerstag veröffentlicht: Allein die Wahrnehmung von Geld reiche aus,
um Personen habgieriger zu machen, teilte die Privatuni in einer
Aussendung mit. In einem Versuch hätten sich Personen, die Bilder mit
Geld gesehen hatten, als deutlich weniger spendenbereit erwiesen als
jene, die Bilder mit sozialen Themen betrachtet hatten.
In ihrer Studie zeigten die Wissenschafter 332
Passanten verschiedene fiktive Werbeplakate einer Universität.
Anschließend wurden die Studienteilnehmer zu ihren sozialen Werten
befragt und ihre allgemeine Spendenbereitschaft für karitative Zwecke
erhoben. Dabei hatten die Motive auf den Werbeplakaten nach Angaben der
Uni einen entscheidenden Einfluss auf die Einstellungen der Teilnehmer.
Personen, die Plakate mit Geldthemen gesehen hatten,
zeigten in der Befragung weit egoistischere Werte und eine geringere
Spendenbereitschaft als Personen, denen Plakate mit sozialen Themen
vorgeführt wurden. Die höchste Spendenbereitschaft und soziale
Verantwortung wiesen jene Teilnehmer auf, die auf den Plakaten
gleichzeitig ein monetäres und ein soziales Thema gesehen hatten.
Die Wirtschaftspsychologin und Studienautorin Julia
Pitters erklärt dies mit "unbewussten neuronalen Bahnungseffekten" im
Gehirn: "Durch das Betrachten von Geld werden Gehirnzellen aktiviert,
die für das Geldkonzept stehen, während soziale Bilder soziale Areale
anregen. Durch Betrachten beider Konzepte hingegen wird die Denkweise zu
reflektieren in Gang gesetzt." Diese Aktivierungen würden sich dann
unbewusst auf die Einstellungen der Betroffenen auswirken, selbst wenn
es um völlig andere Fragestellungen geht.
Pitters hat die Ergebnisse ihrer Studie im
vergangenen Juni am internationalen Kongress für Wirtschaftspsychologie
in Exeter (England) präsentiert.
(APA/red, Bild APA/ Boris Roessler)
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